Woran Sie erkennen, dass es dieser Fall ist
- Nicht genügend Speicherplatz auf dem Datenträger
- Der Datenträger ist voll.
- Es steht nicht genügend Speicherplatz zur Verfügung, um diesen Vorgang abzuschließen.
- Windows benötigt mehr Speicherplatz
- Der Vorgang konnte nicht abgeschlossen werden, da der Speicherplatz nicht ausreicht.
Zugehörige Fehlercodes
- 0x80070070
- 0x8007000E
- ERROR_DISK_FULL
Die schnelle Hilfe, in dieser Reihenfolge
Erst messen, dann löschen
Verschaffen Sie sich einen Überblick, welche Ordner wirklich belegen. Der Explorer hilft dabei wenig, weil er versteckte und geschützte Ordner überspringt. Wer ohne Messung anfängt zu löschen, räumt Dokumente weg und lässt die eigentlichen Verbraucher stehen.
Damit wissen Sie: Sie wissen, welche drei Ordner den Platz halten – meistens sind es genau drei.
Papierkorb und Downloads leeren
Der Papierkorb hält gelöschte Dateien standardmäßig bis zu einem Anteil der Laufwerksgröße zurück. Auf einem Server mit mehreren Benutzerprofilen gibt es ihn je Benutzer. Der Downloadordner ist der zweite Sammelplatz, den niemand ansieht.
Damit wissen Sie: Beides zusammen bringt oft die ersten zweistelligen Gigabytebeträge.
Datenträgerbereinigung mit Systemdateien
Die gewöhnliche Bereinigung räumt Benutzerdateien weg. Erst die Erweiterung auf Systemdateien nimmt die alten Updatestände mit – und die sind auf einem länger laufenden Windows der größte einzelne Posten. Zweistellige Gigabytebeträge sind hier der Normalfall, nicht die Ausnahme.
Damit wissen Sie: Ein System mit gewachsenem Updatebestand gibt hier am meisten her.
Wiederherstellungspunkte und Schattenkopien begrenzen
Windows reserviert einen Anteil des Laufwerks für Wiederherstellungspunkte. Auf kleinen Systemlaufwerken ist das ein spürbarer Teil. Auf Servern kommen Schattenkopien von Freigaben dazu – dort ist die Reserve oft über Jahre nie angesehen worden.
Damit wissen Sie: Die Reserve lässt sich verkleinern, ohne den Schutz ganz aufzugeben.
Protokolle und Profile ansehen
Auf Servern sind Protokolldateien der stille Dauerverbraucher: Anwendungen, Datenbanken und Sicherungsprogramme schreiben mit und räumen nicht auf. Auf Terminalservern sind es die Benutzerprofile, die niemand löscht, wenn jemand das Haus verlässt.
Damit wissen Sie: Bei beiden geht es nicht um einmaliges Aufräumen, sondern um eine Regel.
Dasselbe in PowerShell
Für alle, die mehr als einen Rechner betreuen
Die Frage, wo der Platz steckt, beantwortet die Konsole gründlicher als jedes Fenster – weil sie auch versteckte und geschützte Ordner zählt. Der erste Block misst nur; gelöscht wird erst, wenn klar ist, wo es sich lohnt.
PowerShell mit erweiterten Rechten starten – so geht es
- Windows 11
- Rechtsklick auf das Startsymbol – oder die Tastenkombination Windows + X – und dann Terminal (Administrator) wählen.
- Windows 10
- Dieselbe Tastenkombination, der Eintrag heißt dort Windows PowerShell (Administrator). Steht dort stattdessen die Eingabeaufforderung, lässt sich das in den Taskleisteneinstellungen umstellen – oder Sie nehmen den Weg darunter.
- Auf jedem Windows
- Startmenü öffnen, powershell tippen und den Treffer mit Strg + Umschalt + Eingabe öffnen. Das ist der Weg, der überall funktioniert.
- Woran Sie erkennen, dass es geklappt hat
- In der Titelleiste des Fensters steht Administrator, und die Eingabeaufforderung beginnt in C:\Windows\System32 statt in Ihrem Benutzerordner. Vorher bestätigen Sie die Abfrage der Benutzerkontensteuerung mit Ja.
- Wenn nach Zugangsdaten gefragt wird
- Dann sind Sie auf diesem Rechner kein Administrator. Im Firmennetz ist das der Regelfall und Absicht: Wer täglich mit erhöhten Rechten arbeitet, gibt einer Schadsoftware dieselben Rechte. Der richtige Weg ist die Zuarbeit durch die Administration – nicht das dauerhafte Hochstufen des eigenen Kontos.
Ein Hinweis, der wichtiger ist als er klingt: Führen Sie keinen Befehl aus, dessen Wirkung Sie nicht benennen können – auch keinen von uns. Die Blöcke unten sagen jeweils dazu, was sie tun; die, die etwas verändern, sind gekennzeichnet.
Die größten Ordner finden
Misst die obersten Ordner mit ihrer tatsächlichen Größe, einschließlich versteckter und geschützter. Das ist die Messung, ohne die jedes Aufräumen Raten ist.
PS C:\> Get-ChildItem C:\ -Directory -Force -ErrorAction SilentlyContinue | ForEach-Object {>> $gb = (Get-ChildItem $_.FullName -Recurse -File -Force -ErrorAction SilentlyContinue |>> Measure-Object Length -Sum).Sum / 1GB>> [pscustomobject]@{ Ordner = $_.Name; GB = [math]::Round($gb,1) }>> } | Sort-Object GB -Descending | Select-Object -First 12Ordner GB------ --Windows 68,4Users 41,2ProgramData 12,8# Der Durchlauf dauert je nach Datenmenge einige Minuten.Die stillen Verbraucher einzeln ansehen
Die drei Orte, an denen auf einem gewachsenen Windows der meiste Platz liegt – und die kein Explorer-Fenster von selbst zeigt.
# Alte Updatestände im KomponentenspeicherPS C:\> Dism.exe /Online /Cleanup-Image /AnalyzeComponentStore# Schattenkopien und Wiederherstellungspunkte je LaufwerkPS C:\> vssadmin list shadowstorage# Papierkörbe aller BenutzerprofilePS C:\> Get-ChildItem 'C:\$Recycle.Bin' -Force -Recurse -ErrorAction SilentlyContinue |>> Measure-Object Length -Sum | Select-Object @{n='Papierkorb_GB';e={[math]::Round($_.Sum/1GB,2)}}Den Komponentenspeicher aufräumen
Entfernt die überholten Updatestände. Das ist auf einem länger laufenden System der größte Einzelposten – zweistellige Gigabytebeträge sind der Normalfall.
PS C:\> Dism.exe /Online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup# Zusätzlich, wenn kein Rückweg mehr nötig ist:PS C:\> Dism.exe /Online /Cleanup-Image /StartComponentCleanup /ResetBaseDas verändert etwas: Mit /ResetBase lassen sich installierte Updates danach NICHT mehr einzeln deinstallieren. Auf einem Server, auf dem ein Update noch zurückgenommen werden könnte, ist das die falsche Wahl – dort nur die Variante ohne ResetBase.
Temporäre Dateien und Papierkorb leeren
Das Naheliegende, aber vollständig: die temporären Ordner des Systems und des Benutzers sowie alle Papierkörbe.
PS C:\> Remove-Item "$env:TEMP\*" -Recurse -Force -ErrorAction SilentlyContinuePS C:\> Remove-Item 'C:\Windows\Temp\*' -Recurse -Force -ErrorAction SilentlyContinuePS C:\> Clear-RecycleBin -Force -ErrorAction SilentlyContinue# Danach: was ist frei geworden?PS C:\> Get-Volume -DriveLetter C | Select-Object @{n='Frei_GB';e={[math]::Round($_.SizeRemaining/1GB,1)}}Das verändert etwas: Leert die Papierkörbe endgültig – versehentlich gelöschte Dateien sind danach nur noch aus einer Sicherung zu holen. Offene Programme können Dateien in den temporären Ordnern halten; die bleiben dann stehen, das ist unproblematisch.
Über alle Server den freien Platz erheben
Die Vorbeugung statt der Reparatur: eine Liste aller Laufwerke mit freiem Anteil, sortiert nach dem engsten. So sieht man, wo es in vier Wochen klemmt.
PS C:\> $server = 'SRV-DC','SRV-FILE','SRV-APP'PS C:\> Invoke-Command -ComputerName $server -ScriptBlock {>> Get-Volume | Where-Object DriveLetter | Select-Object DriveLetter,>> @{n='Frei_GB';e={[math]::Round($_.SizeRemaining/1GB,1)}},>> @{n='Frei_Proz';e={[math]::Round($_.SizeRemaining/$_.Size*100)}}>> } | Sort-Object Frei_Proz | Format-Table PSComputerName, DriveLetter, Frei_GB, Frei_ProzWarum zeigt der Explorer weniger an, als belegt ist?
Weil er nicht alles zählt. Geschützte Systemordner, Ordner ohne Leserecht des angemeldeten Benutzers und Verknüpfungen in andere Ordner werden übersprungen. Wenn Sie alle sichtbaren Ordner zusammenzählen und trotzdem 60 GB fehlen, liegt das nicht an einem Rechenfehler.
Die üblichen Verstecke: der Komponentenspeicher unter Windows, die Systemwiederherstellung, die Auslagerungsdatei, der Ruhezustandsspeicher und der Ordner für heruntergeladene Updates. Zusammen sind das auf einem älteren System schnell 40 bis 80 GB.
Ein Sonderfall, der auf Servern regelmäßig auftritt: Eine Datei ist gelöscht, aber ein Programm hält sie noch offen. Der Platz wird erst frei, wenn das Programm die Datei loslässt – bis dahin ist sie unsichtbar und belegt trotzdem.
Wie viel Platz sollte frei bleiben?
Auf einem Systemlaufwerk mindestens 15 bis 20 Prozent, und niemals unter 15 GB. Der Grund ist nicht Vorsicht, sondern Funktion: Updates brauchen Platz zum Entpacken, die Auslagerungsdatei wächst unter Last, und Anwendungen legen Zwischendateien an. Ein Laufwerk mit zwei freien Gigabyte funktioniert nicht langsamer – es funktioniert stellenweise gar nicht.
Bei SSDs kommt ein zweiter Grund dazu: Sie brauchen freie Bereiche, um Schreibvorgänge zu verteilen. Ein dauerhaft fast volles Laufwerk wird spürbar langsamer und altert schneller.
- Systemlaufwerk: 15 bis 20 Prozent frei, mindestens 15 GB.
- Datenlaufwerke auf Servern: so viel frei, dass ein Sicherungslauf und ein Wachstumsmonat hineinpassen.
- Unter 10 Prozent gehört eine Meldung, nicht ein Eintrag in einem Protokoll, das niemand liest.
Was ist von Aufräumprogrammen zu halten?
Auf Firmengeräten nichts. Die verbreiteten Programme versprechen Platz und Geschwindigkeit, räumen dabei in der Registrierung auf, installieren Zusatzprogramme und hinterlassen Zustände, die niemand nachvollziehen kann. Was sie an echtem Platz bringen, bringt die eingebaute Bereinigung auch.
Was tatsächlich hilft, ist unspektakulär: die Speicheroptimierung von Windows einschalten, die den Papierkorb und temporäre Dateien nach einer Frist selbst leert. Das ist eingebaut, nachvollziehbar und kostet nichts.
Im Betrieb
Ein volles Laufwerk auf dem Server ist kein Aufräumthema, sondern ein Überwachungsthema.
Fast jede Störung, die mit einem vollen Laufwerk endet, hätte Wochen vorher auffallen können. Der Platz geht nicht über Nacht weg, sondern stetig – Protokolle wachsen, Postfächer wachsen, Sicherungsstände legen sich übereinander. Was fehlt, ist nicht das Aufräumen, sondern die Meldung.
Was dann passiert, ist selten harmlos. Ein voller Datenträger lässt Dienste stehen bleiben, Datenbanken in einen Fehlerzustand gehen und Sicherungsläufe abbrechen – und der abgebrochene Sicherungslauf fällt erst auf, wenn man ihn braucht. Deshalb gehört der freie Platz zu den vier Dingen, die still ausfallen und deshalb überwacht werden müssen.
Die Regel, die sich bewährt hat: eine Meldung bei 20 Prozent, eine deutlichere bei 10, und eine Zuständigkeit dahinter. Ohne die Zuständigkeit ist die Meldung nur eine Mail mehr.
Wann Sie aufhören sollten zu probieren
Wenn auf einem Server Platz geschaffen werden muss und niemand sicher sagen kann, was die großen Ordner enthalten, hören Sie auf zu löschen. Ein gelöschtes Protokoll ist Papier; ein gelöschter Datenbankstand ist ein Ausfall.
Häufige Anschlussfragen
Darf ich den Ordner Windows.old löschen?
Ja, über die Datenträgerbereinigung mit Systemdateien. Er enthält den vorherigen Windows-Stand nach einem Funktionsupdate und wird nach einigen Wochen ohnehin automatisch entfernt. Solange er da ist, wäre eine Rückkehr zur alten Fassung möglich – danach nicht mehr. Von Hand löschen sollte man ihn nicht; die Bereinigung erledigt das sauber.
Was ist der WinSxS-Ordner und darf er weg?
Er enthält die Bestandteile, aus denen Windows sich zusammensetzt, samt aller Fassungen, die für Updates gebraucht werden. Er sieht riesig aus, weil viele Dateien darin mehrfach verlinkt sind und der Explorer sie mehrfach zählt. Gelöscht wird er nie; verkleinert wird er über die Bereinigung oder über DISM.
Warum ist die Auslagerungsdatei so groß?
Sie wird standardmäßig nach der Größe des Arbeitsspeichers bemessen – bei 32 GB Speicher kann sie zweistellige Gigabytebeträge belegen. Sie kleiner zu setzen ist möglich, aber selten die richtige Antwort: Der Platz ist dann frei, und dafür hat man bei Lastspitzen ein neues Problem. Auf einem zu kleinen Systemlaufwerk ist die richtige Antwort ein größeres Laufwerk.
Bringt Defragmentieren Speicherplatz zurück?
Nein, es ordnet nur an. Bei SSDs führt Windows ohnehin keine Defragmentierung durch, sondern einen anderen Vorgang, der dem Laufwerk freie Bereiche meldet – und das läuft geplant von selbst. Die verbreitete Vorstellung, Defragmentieren schaffe Platz oder Geschwindigkeit, stammt aus der Zeit der Magnetplatten und trifft auf heutige Geräte nicht mehr zu.
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