Wie läuft eine Wiederherstellung ab?
Vor dem ersten Schritt steht eine Entscheidung, die oft übersprungen wird: Was genau ist kaputt? Eine einzelne gelöschte Datei, ein befallener Server und ein defekter Datenträger führen zu drei verschiedenen Wegen. Wer bei einem Befall den neuesten Stand zurückspielt, spielt den Befall mit zurück.
- Zeitpunkt wählen: der letzte Stand VOR dem Schaden, nicht der neueste
- Ziel wählen: an dieselbe Stelle oder daneben – bei Unsicherheit immer daneben
- Zurückspielen und dabei nichts überschreiben, was noch gebraucht werden könnte
- Prüfen: Öffnet die Datei? Startet die Anwendung? Stimmen die letzten Buchungen?
Im Betrieb: Bei einem Befall gehört ein Schritt davor: Das betroffene System vom Netz nehmen. Sonst verschlüsselt es, was Sie gerade zurückspielen.
Warum scheitern Wiederherstellungen?
Der häufigste Grund ist, dass niemand es je versucht hat. Eine Sicherung, die jede Nacht grün meldet, sagt aus, dass Daten geschrieben wurden – nicht, dass sie lesbar sind, dass die Datenbank darin in sich stimmt oder dass der Schlüssel zum Entschlüsseln noch auffindbar ist. Diese drei Dinge fallen erst im Ernstfall auf, und dann ist keine Zeit.
Der zweithäufigste Grund ist die Dauer. Viele Häuser können wiederherstellen – nur dauert es vier Tage, weil die Sicherung über eine schmale Leitung aus der Cloud zurückkommen muss. Ob das reicht, ist keine technische Frage, sondern eine betriebswirtschaftliche: Was kostet ein Tag Stillstand?
Der dritte Grund ist unangenehm: Die Sicherung war mitbefallen. Wenn das Sicherungsziel als normales Netzlaufwerk eingebunden ist, wird es mitverschlüsselt. Deshalb gehört mindestens eine Fassung an einen Ort, der sich aus dem laufenden System nicht überschreiben lässt.
Häufige Anschlussfragen
Wie oft sollte man eine Wiederherstellung üben?
Mindestens einmal im Jahr, bei kritischen Systemen halbjährlich – und zwar vollständig, nicht nur eine Testdatei. Geübt wird mit Uhr: Die gemessene Dauer ist die Zahl, mit der Sie planen können. Wir machen das mit unseren Kunden als festen Termin und übergeben ein Protokoll, das auch einem Versicherer vorgelegt werden kann.
Wie weit zurück sollten Sicherungen reichen?
Täglich für zwei bis vier Wochen, wöchentlich für einige Monate, monatlich für die Dauer der steuerlichen Aufbewahrungsfrist. Der Grund für die lange Kette ist nicht die Technik: Ein Befall bleibt oft wochenlang unbemerkt, und wer nur vierzehn Tage vorhält, hat dann keinen sauberen Stand mehr.
Können wir einzelne Dateien selbst zurückholen?
Ja, und das sollte auch so eingerichtet sein. Für versehentlich gelöschte Dateien gibt es Momentaufnahmen, aus denen jeder Mitarbeiter selbst zurückholen kann – ohne Anruf, ohne Wartezeit. Erst wenn ein ganzes System betroffen ist, kommen wir ins Spiel.
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