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StörungenWindows und Arbeitsplatz

Bluescreen unter Windows – was bedeutet er und was hilft?

Ein Bluescreen ist kein Defekt, sondern eine Notbremse: Windows hat einen Zustand erkannt, in dem Weiterarbeiten Daten beschädigen würde, und hält an. Entscheidend ist nicht der blaue Bildschirm, sondern der Stopcode darauf – er benennt die Art des Problems. Notieren Sie ihn, bevor der Rechner neu startet; ohne ihn ist jede weitere Suche Raten.

Von Metehan Kurt · Fachlich geprüft von Seamand Mala · 27. September 2026

  • 14Jahre

    unternehmerisch im IT-Betrieb, GmbH seit 2020

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Woran Sie erkennen, dass es dieser Fall ist

  • Auf dem PC ist ein Problem aufgetreten, und er muss neu gestartet werden.
  • Wir sammeln nur einige Fehlerinformationen und starten dann für Sie neu.
  • Stopcode: CRITICAL_PROCESS_DIED
  • Stopcode: IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL
  • Stopcode: INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE

Zugehörige Fehlercodes

  • CRITICAL_PROCESS_DIED
  • IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL
  • PAGE_FAULT_IN_NONPAGED_AREA
  • SYSTEM_SERVICE_EXCEPTION
  • KERNEL_SECURITY_CHECK_FAILURE
  • DPC_WATCHDOG_VIOLATION
  • MEMORY_MANAGEMENT
  • INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE
  • WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR

Die schnelle Hilfe, in dieser Reihenfolge

  1. Stopcode festhalten

    Der Stopcode steht unten auf dem blauen Bildschirm, in Großbuchstaben mit Unterstrichen. Fotografieren Sie ihn mit dem Telefon – der Rechner startet neu, und die Meldung ist weg. Wer ohne Stopcode sucht, landet bei allgemeinen Ratschlägen, die auf jeden zweiten Fall nicht passen.

    Damit wissen Sie: Mit dem Stopcode wissen Sie, ob es um Treiber, Speicher, Datenträger oder Hardware geht.

  2. Die Frage beantworten: seit wann?

    Der Zuverlässigkeitsverlauf von Windows zeigt Abstürze auf einer Zeitachse neben den Installationen von Updates und Programmen. Zu finden über die Suche nach Zuverlässigkeit. Ein Absturz, der am Tag nach einem Treiberupdate beginnt, hat seine Ursache genannt, ohne dass Sie sie suchen mussten.

    Damit wissen Sie: Sie sehen, ob die Abstürze mit einer bestimmten Änderung anfangen.

  3. Zuletzt geänderten Treiber zurücknehmen

    Zeigt der Verlauf ein Treiberupdate kurz vor dem ersten Absturz, nehmen Sie es zurück: Geräte-Manager, Gerät, Eigenschaften, Treiber, Vorheriger Treiber. Das betrifft besonders Grafik-, Netzwerk- und Speichertreiber – sie laufen im Kern des Systems, und dort führt ein Fehler nicht zu einer Fehlermeldung, sondern zum Anhalten.

    Damit wissen Sie: Bleibt der Rechner danach stabil, war es der Treiber.

  4. Arbeitsspeicher prüfen

    Bei MEMORY_MANAGEMENT, PAGE_FAULT_IN_NONPAGED_AREA und unregelmäßigen Abstürzen ohne erkennbares Muster gehört der Speicher geprüft. Windows bringt dafür die Speicherdiagnose mit; aussagekräftiger ist ein Durchlauf über mehrere Stunden mit einem eigenständigen Prüfprogramm. Ein Speicherriegel, der bei einem von zehn Millionen Zugriffen kippt, fällt in fünf Minuten nicht auf.

    Damit wissen Sie: Ein Speicherfehler ist ein eindeutiger Befund – dann ist die Suche beendet.

  5. Datenträger und Temperatur ansehen

    INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE und Abstürze unter Last zeigen oft auf den Datenträger oder auf Überhitzung. Die SMART-Werte der Platte sagen, ob sie Sektoren verloren hat; die Temperatur unter Last sagt, ob die Kühlung zugesetzt ist. Beides ist in Minuten abgelesen und schließt zwei häufige Ursachen aus.

    Damit wissen Sie: Sie wissen, ob das Gerät ein Hardwareproblem hat – dann hilft keine Softwarereparatur.

Dasselbe in PowerShell

Für alle, die mehr als einen Rechner betreuen

Nach einem Absturz ist die wichtigste Arbeit das Lesen, nicht das Reparieren. Die folgenden Befehle holen zusammen, was auf dem blauen Bildschirm stand und beim Neustart verschwunden ist.

PowerShell mit erweiterten Rechten starten – so geht es
Windows 11
Rechtsklick auf das Startsymbol – oder die Tastenkombination Windows + X – und dann Terminal (Administrator) wählen.
Windows 10
Dieselbe Tastenkombination, der Eintrag heißt dort Windows PowerShell (Administrator). Steht dort stattdessen die Eingabeaufforderung, lässt sich das in den Taskleisteneinstellungen umstellen – oder Sie nehmen den Weg darunter.
Auf jedem Windows
Startmenü öffnen, powershell tippen und den Treffer mit Strg + Umschalt + Eingabe öffnen. Das ist der Weg, der überall funktioniert.
Woran Sie erkennen, dass es geklappt hat
In der Titelleiste des Fensters steht Administrator, und die Eingabeaufforderung beginnt in C:\Windows\System32 statt in Ihrem Benutzerordner. Vorher bestätigen Sie die Abfrage der Benutzerkontensteuerung mit Ja.
Wenn nach Zugangsdaten gefragt wird
Dann sind Sie auf diesem Rechner kein Administrator. Im Firmennetz ist das der Regelfall und Absicht: Wer täglich mit erhöhten Rechten arbeitet, gibt einer Schadsoftware dieselben Rechte. Der richtige Weg ist die Zuarbeit durch die Administration – nicht das dauerhafte Hochstufen des eigenen Kontos.

Ein Hinweis, der wichtiger ist als er klingt: Führen Sie keinen Befehl aus, dessen Wirkung Sie nicht benennen können – auch keinen von uns. Die Blöcke unten sagen jeweils dazu, was sie tun; die, die etwas verändern, sind gekennzeichnet.

Die Abstürze der letzten Wochen auflisten

Jeder Bluescreen hinterlässt einen Eintrag mit Zeitpunkt und Prüfcode. Damit sehen Sie, ob es ein Vorfall war oder ein Muster – und seit wann.

Windows PowerShellAdministrator
PS C:\> Get-WinEvent -FilterHashtable @{LogName='System'; ProviderName='Microsoft-Windows-WER-SystemErrorReporting'; Id=1001} -MaxEvents 20 |>> Select-Object TimeCreated, @{n='Meldung';e={$_.Message -replace '\s+',' '}} | Format-List# Dazu die unerwarteten Neustarts – auch die ohne blauen BildschirmPS C:\> Get-WinEvent -FilterHashtable @{LogName='System'; Id=41,6008} -MaxEvents 20 | Select-Object TimeCreated, Id, ProviderName

Die Absturzdateien finden

Zeigt, ob Windows überhaupt Abbilder schreibt und wie alt das jüngste ist. Ohne diese Dateien lässt sich der verursachende Treiber nicht benennen.

Windows PowerShell
PS C:\> Get-ChildItem 'C:\Windows\Minidump' -File -ErrorAction SilentlyContinue |>> Sort-Object LastWriteTime -Descending | Select-Object Name, LastWriteTime, @{n='KB';e={[math]::Round($_.Length/1KB)}}Name LastWriteTime KB---- ------------- --092726-14328-01.dmp 26.09.2026 08:14 612# Wird überhaupt ein Abbild geschrieben?PS C:\> Get-ItemProperty 'HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\CrashControl' | Select-Object CrashDumpEnabled, AutoReboot, DumpFile

Den automatischen Neustart abschalten

Damit bleibt der blaue Bildschirm stehen, bis jemand ihn abliest. Bei wiederkehrenden Abstürzen ist das der erste sinnvolle Handgriff – vorausgesetzt, jemand sitzt vor dem Gerät.

Windows PowerShellAdministrator
PS C:\> Set-ItemProperty -Path 'HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\CrashControl' -Name AutoReboot -Value 0# Wieder einschalten, wenn die Suche beendet istPS C:\> Set-ItemProperty -Path 'HKLM:\SYSTEM\CurrentControlSet\Control\CrashControl' -Name AutoReboot -Value 1

Das verändert etwas: Schreibt in die Registrierung. Solange der Wert auf 0 steht, bleibt ein abgestürzter Rechner stehen, statt neu zu starten – auf einem Server, der nachts unbeaufsichtigt läuft, ist das in der Regel nicht gewollt.

Datenträger und Speicher auf Hardwarefehler ansehen

Deckt die zwei Ursachen ab, bei denen keine Softwarereparatur hilft. Die Zählerwerte stammen vom Laufwerk selbst.

Windows PowerShell
PS C:\> Get-PhysicalDisk | Select-Object FriendlyName, MediaType, HealthStatus, OperationalStatusFriendlyName MediaType HealthStatus OperationalStatus------------ --------- ------------ -----------------Samsung SSD 870 SSD Healthy OK# Die Zähler des Laufwerks: Temperatur, Lesefehler, Abnutzung, BetriebsstundenPS C:\> Get-PhysicalDisk | Get-StorageReliabilityCounter | Select-Object DeviceId, Temperature, ReadErrorsTotal, Wear, PowerOnHours# Speicherprüfung für den nächsten Neustart vormerkenPS C:\> mdsched.exe

Was sagen die häufigsten Stopcodes?

Die Codes sind keine Fehlermeldungen im üblichen Sinn, sondern Zustandsbeschreibungen. Sie sagen, was der Kern gerade getan hat, als er anhalten musste – daraus ergibt sich, wo man sucht.

  • IRQL_NOT_LESS_OR_EQUAL und SYSTEM_SERVICE_EXCEPTION: fast immer ein Treiber, der auf Speicher zugreift, der ihm nicht gehört.
  • MEMORY_MANAGEMENT und PAGE_FAULT_IN_NONPAGED_AREA: Speicherverwaltung – Arbeitsspeicher prüfen, danach Treiber.
  • CRITICAL_PROCESS_DIED: ein Systemprozess ist beendet worden. Häufig nach beschädigten Systemdateien oder einem eingreifenden Schutzprogramm.
  • INACCESSIBLE_BOOT_DEVICE: Windows findet den Datenträger nicht mehr, von dem es startet – Controllertreiber, Kabel oder die Platte selbst.
  • DPC_WATCHDOG_VIOLATION: ein Treiber hat zu lange blockiert. Klassiker bei alten Speicher- und Netzwerktreibern.
  • WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR: die Hardware selbst hat einen Fehler gemeldet. Das ist kein Softwareproblem, und keine Neuinstallation ändert daran etwas.

Was steht in der Absturzdatei – und lohnt es, hineinzusehen?

Windows schreibt bei jedem Absturz eine kleine Abbilddatei nach C:\Windows\Minidump. Darin steht, welches Modul zuletzt aktiv war – oft mit Dateinamen, und der Dateiname nennt den Hersteller. Damit wird aus einem allgemeinen Stopcode ein konkreter Verdächtiger.

Auswerten lässt sich die Datei mit dem Debugger von Microsoft oder mit einem kleinen Anzeigeprogramm. Für die Praxis reicht meist die Spalte mit dem verursachenden Treiber: Steht dort dreimal derselbe Name, ist die Suche vorbei.

Der Aufwand lohnt ab dem zweiten Absturz. Beim ersten ist es ein Vorfall, ab dem zweiten ein Muster – und Muster werden aus Daten gelesen, nicht aus Vermutungen.

Ist ein einzelner Bluescreen schlimm?

Nein. Ein einzelner Absturz nach einem Update, einem neuen Gerät oder einer Stromschwankung kommt vor und wiederholt sich oft nie. Die Notbremse hat funktioniert, es ist nichts kaputtgegangen.

Bedenklich wird es bei Wiederholung, bei Abstürzen im Leerlauf und bei Abstürzen während einer Sicherung oder eines Datenbanklaufs. Der letzte Fall ist der unangenehmste: Dort kann eine halb geschriebene Datei zurückbleiben, und die fällt erst auf, wenn man sie braucht.

Im Betrieb

Ein Absturz auf einem Gerät ist ein Vorfall. Auf dreien ist es eine Ursache.

Im Betrieb ist die wichtigste Information nicht der Stopcode, sondern die Verteilung. Stürzen drei von zwanzig Rechnern ab, haben diese drei etwas gemeinsam – dasselbe Modell, dieselbe Dockingstation, denselben Netzwerktreiber, dieselbe Fachanwendung. Diese Gemeinsamkeit ist die Ursache, und sie ist auf keinem der drei Geräte zu finden, sondern nur im Vergleich.

Genau deshalb ist es teuer, Abstürze einzeln zu behandeln. Wer jeden betroffenen Rechner neu aufsetzt, hat drei Arbeitstage verbraucht und dieselbe Dockingstation wieder angeschlossen.

Das Gegenstück gilt auch: Stürzt genau ein Gerät ab und kein anderes, ist die Suche eng. Dann geht es um dieses Gerät – seinen Speicher, seine Platte, seine Kühlung.

Wann Sie aufhören sollten zu probieren

Bei WHEA_UNCORRECTABLE_ERROR, bei nachgewiesenen Speicherfehlern und bei auffälligen SMART-Werten ist die Softwaresuche beendet. Weiterprobieren kostet dann nur noch Zeit – die Entscheidung heißt Reparatur oder Austausch.

Häufige Anschlussfragen

Kann ich den automatischen Neustart abschalten, um die Meldung zu lesen?

Ja. In den erweiterten Systemeigenschaften unter Starten und Wiederherstellen lässt sich der automatische Neustart abwählen. Der Bildschirm bleibt dann stehen, bis Sie ihn ablesen. Das ist bei wiederkehrenden Abstürzen der erste sinnvolle Handgriff – vorausgesetzt, jemand sitzt vor dem Gerät.

Hilft eine Neuinstallation gegen Bluescreens?

Nur, wenn die Ursache in der Software liegt. Bei Speicher-, Datenträger- oder Mainboardfehlern stürzt das frisch installierte Windows genauso ab – dann hat die Neuinstallation einen Tag gekostet und nichts bewiesen. Deshalb gehört die Hardwareprüfung vor die Neuinstallation und nicht danach.

Warum stürzt der Rechner nur im Leerlauf ab?

Weil dann Dinge laufen, die sonst nicht laufen: Energiesparzustände, geplante Sicherungen, Virenprüfläufe, Updates. Abstürze im Leerlauf zeigen deshalb überdurchschnittlich oft auf Speicher- und Netzwerktreiber im Zusammenspiel mit dem Energiesparen – ein Bereich, in dem ältere Treiber bekannt unzuverlässig sind.

Was ist der Unterschied zum schwarzen Bildschirm?

Ein Bluescreen ist ein kontrolliertes Anhalten mit Meldung. Ein schwarzer Bildschirm ohne Meldung ist etwas anderes: Bildausgabe, Grafiktreiber, Energiesparen oder ein Startproblem vor dem Laden von Windows. Die Suchwege sind verschieden, deshalb lohnt es, beides auseinanderzuhalten.

Dazu passt

Einordnung in zwei Schritten

Was Ihre IT braucht, entscheidet sich an Branche und Größe – nicht am Katalog.

1Wie viele Arbeitsplätze hat Ihr Unternehmen?
2In welcher Branche?
3Welche Software setzen Sie ein?

Erscheint nach der Branche.

Drei Angaben genügen – Sie sehen sofort, was bei Ihnen trägt.