Woran Sie erkennen, dass es dieser Fall ist
- No space left on device
- Filesystem 100% full
- growpart: NOCHANGE: partition 2 is size 207616000. it cannot be grown
- resize2fs: Bad magic number in super-block
- lvextend: Insufficient free space
Zugehörige Fehlercodes
- ENOSPC
- growpart
- resize2fs
- xfs_growfs
- lvextend
- pvresize
Die schnelle Hilfe, in dieser Reihenfolge
Sicherung oder Prüfpunkt
Vor jeder Änderung an einer Partitionstabelle. Ein Hyper-V-Prüfpunkt dauert Sekunden und wird danach wieder entfernt. Wer das auslässt, spart zwei Minuten und riskiert die Maschine.
Damit wissen Sie: Rückfallpunkt vorhanden.
Am Host: virtuelle Festplatte vergrößern
Resize-VHD mit der neuen Größe. Hängt die Platte am SCSI-Controller (Generation-2-VMs immer), geht das online; am IDE-Controller einer Generation-1-VM muss die VM aus sein. Die Datei wird größer – im Gast ändert sich noch nichts.
Damit wissen Sie: Die virtuelle Festplatte hat die neue Größe.
Im Gast: neuen Platz erkennen und Lage klären
Ein SCSI-Rescan lässt den Kernel die neue Größe sehen; lsblk zeigt dann die Platte größer als die Partition. Daraus ergibt sich der Weg: Partition direkt mit Dateisystem (Weg A) oder Partition mit LVM darüber (Weg B). Ubuntu Server und RHEL installieren standardmäßig mit LVM.
Damit wissen Sie: Sie wissen, welche Partition wächst und ob LVM beteiligt ist.
Partition vergrößern
growpart aus den cloud-guest-utils erweitert die Partition online bis zum Ende der Platte – ohne fdisk, ohne Neuanlegen, ohne Neustart. Es funktioniert nur, wenn der freie Platz direkt hinter der Partition liegt; eine Swap-Partition dazwischen blockiert.
Damit wissen Sie: Die Partition füllt die Platte.
Dateisystem nachziehen
Ohne LVM: resize2fs (ext4) oder xfs_growfs (XFS, mit dem Mountpunkt als Argument). Mit LVM: pvresize, dann lvextend -r mit allem freien Platz – das -r vergrößert das Dateisystem gleich mit. df zeigt danach den neuen Platz.
Damit wissen Sie: df -h zeigt die neue Größe; der Prüfpunkt kann weg.
Dasselbe in PowerShell
Für alle, die mehr als einen Rechner betreuen
Die Vergrößerung hat zwei Seiten: Erst bekommt die virtuelle Festplatte mehr Platz (am Host), dann wächst die Partition und das Dateisystem hinein (im Gast). Die Befehle hier sind für Ubuntu/Debian und RHEL-Abkömmlinge; sie laufen alle online, also ohne Neustart – mit einer Ausnahme, die markiert ist. Davor: Sicherung oder Prüfpunkt.
PowerShell mit erweiterten Rechten starten – so geht es
- Windows 11
- Rechtsklick auf das Startsymbol – oder die Tastenkombination Windows + X – und dann Terminal (Administrator) wählen.
- Windows 10
- Dieselbe Tastenkombination, der Eintrag heißt dort Windows PowerShell (Administrator). Steht dort stattdessen die Eingabeaufforderung, lässt sich das in den Taskleisteneinstellungen umstellen – oder Sie nehmen den Weg darunter.
- Auf jedem Windows
- Startmenü öffnen, powershell tippen und den Treffer mit Strg + Umschalt + Eingabe öffnen. Das ist der Weg, der überall funktioniert.
- Woran Sie erkennen, dass es geklappt hat
- In der Titelleiste des Fensters steht Administrator, und die Eingabeaufforderung beginnt in C:\Windows\System32 statt in Ihrem Benutzerordner. Vorher bestätigen Sie die Abfrage der Benutzerkontensteuerung mit Ja.
- Wenn nach Zugangsdaten gefragt wird
- Dann sind Sie auf diesem Rechner kein Administrator. Im Firmennetz ist das der Regelfall und Absicht: Wer täglich mit erhöhten Rechten arbeitet, gibt einer Schadsoftware dieselben Rechte. Der richtige Weg ist die Zuarbeit durch die Administration – nicht das dauerhafte Hochstufen des eigenen Kontos.
Ein Hinweis, der wichtiger ist als er klingt: Führen Sie keinen Befehl aus, dessen Wirkung Sie nicht benennen können – auch keinen von uns. Die Blöcke unten sagen jeweils dazu, was sie tun; die, die etwas verändern, sind gekennzeichnet.
Am Hyper-V-Host: die virtuelle Festplatte vergrößern
Die VHDX lässt sich bei laufender VM vergrößern, wenn sie an einem SCSI-Controller hängt (Generation 2 immer, Generation 1 nur bei Datenplatten). Hängt sie an IDE, muss die VM aus sein.
PS C:\> Get-VMHardDiskDrive -VMName 'SRV-LINUX' | Select-Object ControllerType, ControllerNumber, PathPS C:\> Get-VHD -Path 'D:\VMs\SRV-LINUX\srv-linux.vhdx' | Select-Object Size, FileSize, VhdType, VhdFormat# Auf 200 GB vergrößern – Größe in Bytes oder mit EinheitPS C:\> Resize-VHD -Path 'D:\VMs\SRV-LINUX\srv-linux.vhdx' -SizeBytes 200GB# Danach im Gast: neuen Platz erkennen lassen (SCSI-Rescan), kein Neustart nötigDas verändert etwas: Resize-VHD vergrößert die Datei, nicht die Partition – im Gast ändert sich erst einmal nichts. Verkleinern geht nur, wenn im Gast vorher Platz freigegeben wurde; die Richtung „größer“ ist die ungefährliche.
Im Gast: Lage erkennen
Bevor etwas vergrößert wird: Welche Partition, welches Dateisystem, LVM oder nicht? Die Antwort bestimmt, welcher der beiden Wege unten gilt.
PS C:\> echo 1 | sudo tee /sys/class/block/sda/device/rescanPS C:\> lsblk -o NAME,SIZE,TYPE,FSTYPE,MOUNTPOINTNAME SIZE TYPE FSTYPE MOUNTPOINTsda 200G disk├─sda1 1G part ext4 /boot└─sda2 99G part LVM2_member └─ubuntu--vg-ubuntu--lv 99G lvm ext4 /# Hier: sda2 ist 99G, die Platte 200G – 100G sind noch nicht zugewiesen; Dateisystem ext4 unter LVMPS C:\> df -hT /Weg A: Partition direkt (ohne LVM)
growpart (Paket cloud-guest-utils) vergrößert die Partition online auf den freien Platz dahinter; danach wächst das Dateisystem – ext4 mit resize2fs, XFS mit xfs_growfs, beides eingehängt.
# Ubuntu/Debian: sudo apt install cloud-guest-utils · RHEL/Rocky: sudo dnf install cloud-utils-growpartPS C:\> sudo growpart /dev/sda 2CHANGED: partition=2 start=2099200 old: size=207616000 end=209715200 new: size=417359872 end=419459072# ext4:PS C:\> sudo resize2fs /dev/sda2# XFS (Mountpunkt angeben, nicht das Gerät):PS C:\> sudo xfs_growfs /PS C:\> df -hT /Das verändert etwas: growpart kann nur nach hinten wachsen – liegt eine andere Partition (etwa Swap) zwischen der Zielpartition und dem freien Platz, geht es so nicht. Dann nicht improvisieren: Swap deaktivieren und neu anlegen ist der saubere Weg, und der gehört in ein Wartungsfenster.
Weg B: mit LVM
Der Standard bei Ubuntu Server und RHEL: Partition vergrößern, Physical Volume nachziehen, Logical Volume mit Dateisystem in einem Schritt erweitern.
PS C:\> sudo growpart /dev/sda 2PS C:\> sudo pvresize /dev/sda2PS C:\> sudo vgs VG #PV #LV #SN Attr VSize VFree ubuntu-vg 1 1 0 wz--n- <199.00g <100.00g# Alles Freie dem Root-Volume geben; -r vergrößert das Dateisystem gleich mit (ext4 und XFS)PS C:\> sudo lvextend -r -l +100%FREE /dev/ubuntu-vg/ubuntu-lvPS C:\> df -hT /Warum ist die Platte größer, aber die Partition nicht?
Weil eine virtuelle Festplatte ein Behälter ist und die Partition eine Einteilung darin. Der Host vergrößert den Behälter; die Einteilung kennt nur das Gastsystem, und das rührt sie nicht von allein an – zu Recht, denn eine automatische Änderung der Partitionstabelle wäre ein Risiko, das kein Betriebssystem eingeht. Der Platz ist da, aber „nicht zugewiesen“.
Dazu kommt eine zweite Schicht: Das Dateisystem hat seine eigene Vorstellung von seiner Größe, unabhängig von der Partition. Deshalb sind es zwei Schritte im Gast – Partition, dann Dateisystem – und mit LVM drei, weil das Physical Volume dazwischen auch nachgezogen werden muss.
Das klingt umständlich, ist aber der Grund, warum alles online geht: Jede Schicht kann für sich wachsen, ohne dass die darüber unterbrochen wird. Verkleinern ist das Gegenteil – das geht bei XFS gar nicht und bei ext4 nur ausgehängt.
growpart meldet NOCHANGE – was nun?
Entweder gibt es keinen freien Platz hinter der Partition – dann hat der Host die Platte nicht vergrößert oder der Gast den Rescan nicht gemacht; lsblk zeigt es. Oder hinter der Partition liegt eine andere, meist Swap oder eine erweiterte Partition aus alten Installationen. growpart kann nur bis zur nächsten Grenze wachsen.
Bei Swap: Swap deaktivieren (swapoff), die Swap-Partition löschen, die Datenpartition vergrößern, Swap als Datei neu anlegen – das ist der saubere Weg und ein Grund, Swap heute als Datei statt als Partition einzurichten. Das gehört in ein Wartungsfenster, weil es mehrere Schritte sind, die zusammen ein Risiko bilden.
Bei LVM gibt es den eleganteren Ausweg: eine zweite virtuelle Festplatte anhängen, als Physical Volume in die Volume Group aufnehmen, Logical Volume erweitern. Keine Partition muss sich bewegen, und es geht online. Das ist der Grund, warum LVM in Servern Standard ist.
Was ist mit Windows-VMs – geht das genauso?
Einfacher. Nach Resize-VHD am Host zeigt die Datenträgerverwaltung im Gast den freien Platz; „Volume erweitern“ im Kontextmenü oder Resize-Partition in PowerShell wächst in den Platz hinein – online, in Sekunden, auch für das Systemlaufwerk. Die einzige Hürde ist dieselbe wie unter Linux: Liegt die Wiederherstellungspartition dazwischen, blockiert sie; dann muss sie zuerst verschoben oder entfernt werden.
Die Reihenfolge am Host ist identisch: Prüfpunkt, Resize-VHD, dann der Gast. Und die Grenze ist dieselbe: Verkleinern geht nur, wenn im Gast vorher Platz freigegeben wurde – Resize-VHD verweigert, wenn Daten im abzuschneidenden Bereich liegen, und das ist gut so.
Für virtuelle Server im Rechenzentrum unseres Partners TERRA CLOUD ist der Hostschritt eine Buchung: Der Speicher wird nach Herstellerangabe dynamisch angepasst; der Gastschritt bleibt derselbe und ist bei betreuten Systemen unsere Aufgabe.
Im Betrieb
Eine volle Root-Partition ist ein Ausfall, der sich Wochen vorher ankündigt.
Linux-Server stehen, wenn das Root-Dateisystem voll ist – Dienste können keine Protokolle mehr schreiben, Datenbanken keine Transaktionen, und die Anmeldung scheitert, weil nicht einmal eine Sitzungsdatei Platz findet. Das passiert nie plötzlich: Protokolle wachsen, Pakete sammeln sich in Zwischenspeichern, ein Export landet im falschen Ordner. Der Füllstand steigt über Wochen.
Im Betrieb überwachen wir deshalb Füllstände, nicht Ausfälle: Ab 80 Prozent entsteht ein Ticket, ab 90 ein dringendes. Die Vergrößerung ist dann ein geplanter Vorgang mit Prüfpunkt, nicht eine Rettung um Mitternacht. Und die Frage, warum das Dateisystem wächst, wird vorher geklärt – oft ist die Antwort ein Protokoll ohne Rotation, nicht ein echter Platzbedarf.
Für Systeme in der Serververmietung gilt dasselbe, nur ist der Platz dort eine Buchung statt eines Kaufs: Der Speicher wächst, ohne dass jemand eine Festplatte bestellen muss.
Wann Sie aufhören sollten zu probieren
Weg A und Weg B gehören in die Hand des Administrators, mit Prüfpunkt davor. Die Grenze ist das Verschieben oder Löschen von Partitionen – Swap dazwischen, Wiederherstellungspartition, alte erweiterte Partitionen. Dort entscheidet ein falsches Gerät über alle Daten, und dafür gibt es Wartungsfenster und vier Augen.
Häufige Anschlussfragen
Muss die VM für Resize-VHD ausgeschaltet sein?
Nicht, wenn die virtuelle Festplatte am SCSI-Controller hängt – bei Generation-2-VMs immer der Fall. Bei Generation-1-VMs hängt die Systemplatte am IDE-Controller; die lässt sich nur im ausgeschalteten Zustand vergrößern. Welcher Controller es ist, zeigt Get-VMHardDiskDrive.
Geht das auch mit einer dynamischen VHDX?
Ja, und dort ist der Unterschied zwischen Größe und belegtem Platz wichtig: Eine dynamische Platte mit 200 GB Maximum belegt auf dem Host nur, was der Gast geschrieben hat. Resize-VHD ändert das Maximum; der Host braucht erst Platz, wenn der Gast ihn nutzt. Deshalb den Host-Datenträger im Blick behalten – eine dynamische Platte, die ihr Maximum nicht mehr auf dem Host findet, pausiert die VM.
Kann ich die Partition verkleinern, wenn ich zu viel gegeben habe?
ext4 ja, ausgehängt – also von einem Startmedium oder nach dem Aushängen einer Datenpartition. XFS nein, nie; da hilft nur Neuanlegen und Zurückkopieren. Deshalb lieber in zwei Schritten wachsen als einmal zu viel: Der Platz auf dem Host ist knapper als die Geduld für einen zweiten Resize.
Welche Pakete brauche ich für growpart?
Unter Ubuntu und Debian cloud-guest-utils, unter RHEL, Rocky und Alma cloud-utils-growpart. Auf Cloud-Abbildern ist es meist vorinstalliert, auf von Hand installierten Servern nicht. Ohne growpart bleibt fdisk oder parted – das geht auch, aber dort muss die Partition gelöscht und mit demselben Anfangssektor neu angelegt werden, und genau dieser Schritt ist es, bei dem Tippfehler teuer werden.
Dazu passt
