Woran Sie erkennen, dass es dieser Fall ist
- Das Benutzerkonto wurde gelöscht.
- Dieses Postfach ist nicht verfügbar.
- Das Element wurde dauerhaft gelöscht.
- Der Benutzer wird auf der Seite „Gelöschte Benutzer“ nicht angezeigt.
- 550 5.1.10 RESOLVER.ADR.RecipientNotFound
Zugehörige Fehlercodes
- Soft-Deleted Mailbox
- Recoverable Items
- RetainDeletedItemsFor
- 30 Tage
- 93 Tage (SharePoint)
Die schnelle Hilfe, in dieser Reihenfolge
Fall bestimmen: Benutzer, Postfach oder Elemente
Ist der Benutzer gelöscht (steht unter „Gelöschte Benutzer“ im Admin Center)? Oder existiert er, aber Mails fehlen? Oder wurde die Lizenz entfernt und das Postfach ist deshalb nicht mehr erreichbar? Jeder Fall hat einen anderen Weg und eine andere Frist – und die Frist läuft, während man überlegt.
Damit wissen Sie: Sie wissen, welcher der drei Fälle vorliegt und wie viel Zeit bleibt.
Benutzer gelöscht: innerhalb von 30 Tagen wiederherstellen
Im Admin Center unter Benutzer → Gelöschte Benutzer, oder mit Restore-MgDirectoryDeletedItem. Das Konto kommt mit Postfach, OneDrive und Gruppenmitgliedschaften zurück; danach braucht es wieder eine Lizenz. Steht der Benutzer dort nicht mehr, sind die 30 Tage um.
Damit wissen Sie: Benutzer und Postfach sind zurück; Lizenz zugewiesen.
Einzelne Mails: wiederherstellbare Elemente durchsuchen
Nach dem Löschen aus dem Papierkorb liegen Elemente in den wiederherstellbaren Elementen des Postfachs, für die Dauer von RetainDeletedItemsFor – Standard 14 Tage, Maximum 30. Get-RecoverableItems zeigt sie mit Filter nach Zeitraum und Betreff; Restore-RecoverableItems legt sie an den Ursprungsort zurück. Der Nutzer selbst sieht einen Teil davon in Outlook unter „Gelöschte Elemente vom Server wiederherstellen“.
Damit wissen Sie: Die Mails liegen wieder im Postfach.
Postfach ohne Benutzer: verbinden oder kopieren
Ein vorläufig gelöschtes Postfach (Get-Mailbox -SoftDeletedMailbox) lässt sich mit Undo-SoftDeletedMailbox an einen neuen Benutzer hängen oder mit New-MailboxRestoreRequest in ein anderes Postfach kopieren – etwa als Unterordner beim Nachfolger. Beides innerhalb der 30 Tage.
Damit wissen Sie: Der Inhalt ist erreichbar – im alten oder einem anderen Postfach.
Frist abgelaufen: Sicherung außerhalb der Plattform
Nach 30 Tagen ist bei Microsoft nichts mehr zu holen; kein Support-Ticket ändert das. Wer eine eigene Sicherung von Microsoft 365 betreibt, stellt von dort wieder her – Postfach, Datei oder Element, bis zu zehn Jahre zurück. Wer keine hat, lernt an diesem Tag, warum Verfügbarkeit nicht Sicherung ist.
Damit wissen Sie: Wiederherstellung aus der eigenen Sicherung – oder die Entscheidung, eine einzurichten.
Dasselbe in PowerShell
Für alle, die mehr als einen Rechner betreuen
Die Befehle gehören zu Exchange Online PowerShell und Microsoft Graph PowerShell; beide brauchen eine Anmeldung mit Administratorrolle. Sie zeigen, was Microsoft noch hat – und ab welchem Punkt nur noch eine eigene Sicherung hilft.
PowerShell mit erweiterten Rechten starten – so geht es
- Windows 11
- Rechtsklick auf das Startsymbol – oder die Tastenkombination Windows + X – und dann Terminal (Administrator) wählen.
- Windows 10
- Dieselbe Tastenkombination, der Eintrag heißt dort Windows PowerShell (Administrator). Steht dort stattdessen die Eingabeaufforderung, lässt sich das in den Taskleisteneinstellungen umstellen – oder Sie nehmen den Weg darunter.
- Auf jedem Windows
- Startmenü öffnen, powershell tippen und den Treffer mit Strg + Umschalt + Eingabe öffnen. Das ist der Weg, der überall funktioniert.
- Woran Sie erkennen, dass es geklappt hat
- In der Titelleiste des Fensters steht Administrator, und die Eingabeaufforderung beginnt in C:\Windows\System32 statt in Ihrem Benutzerordner. Vorher bestätigen Sie die Abfrage der Benutzerkontensteuerung mit Ja.
- Wenn nach Zugangsdaten gefragt wird
- Dann sind Sie auf diesem Rechner kein Administrator. Im Firmennetz ist das der Regelfall und Absicht: Wer täglich mit erhöhten Rechten arbeitet, gibt einer Schadsoftware dieselben Rechte. Der richtige Weg ist die Zuarbeit durch die Administration – nicht das dauerhafte Hochstufen des eigenen Kontos.
Ein Hinweis, der wichtiger ist als er klingt: Führen Sie keinen Befehl aus, dessen Wirkung Sie nicht benennen können – auch keinen von uns. Die Blöcke unten sagen jeweils dazu, was sie tun; die, die etwas verändern, sind gekennzeichnet.
Verbinden und Lage erkennen
Zuerst klären, ob der Benutzer gelöscht ist oder nur das Postfach fehlt, und wie viel von der Frist noch übrig ist.
# Module einmalig: Install-Module ExchangeOnlineManagement, Microsoft.GraphPS C:\> Connect-ExchangeOnlinePS C:\> Connect-MgGraph -Scopes 'User.ReadWrite.All', 'Directory.ReadWrite.All'# Gelöschte Benutzer im Verzeichnis (30 Tage wiederherstellbar)PS C:\> Get-MgDirectoryDeletedItemAsUser -All | Select-Object DisplayName, UserPrincipalName, DeletedDateTime# Vorläufig gelöschte PostfächerPS C:\> Get-Mailbox -SoftDeletedMailbox | Select-Object DisplayName, PrimarySmtpAddress, WhenSoftDeleted, ExchangeGuidFall 1: Benutzer gelöscht, Frist läuft noch
Innerhalb von 30 Tagen nach dem Löschen stellt die Wiederherstellung des Benutzers das Konto mit allen Daten wieder her – Postfach, OneDrive, Gruppenmitgliedschaften. Danach braucht er wieder eine Lizenz.
PS C:\> $u = Get-MgDirectoryDeletedItemAsUser -All | Where-Object UserPrincipalName -eq 'm.mustermann@firma.de'PS C:\> Restore-MgDirectoryDeletedItem -DirectoryObjectId $u.Id# Lizenz wieder zuweisen – ohne sie bleibt das Postfach gesperrtPS C:\> Set-MgUserLicense -UserId 'm.mustermann@firma.de' -AddLicenses @{ SkuId = '<SkuId>' } -RemoveLicenses @()PS C:\> Get-Mailbox -Identity 'm.mustermann@firma.de' | Select-Object DisplayName, WhenCreated, RecipientTypeDetailsFall 2: Einzelne Elemente, die der Nutzer gelöscht hat
Gelöschte Mails liegen zuerst im Ordner „Gelöschte Elemente“, danach in den wiederherstellbaren Elementen – der Standardwert dafür sind 14 Tage, einstellbar bis 30. Von dort holt sie der Administrator zurück, auch wenn der Nutzer sie nicht mehr sieht.
PS C:\> Get-Mailbox -Identity 'm.mustermann@firma.de' | Select-Object RetainDeletedItemsFor, SingleItemRecoveryEnabled, LitigationHoldEnabled# Was ist noch da? Filter nach Zeitraum und BetreffPS C:\> Get-RecoverableItems -Identity 'm.mustermann@firma.de' -FilterStartTime '2026-09-20 00:00' -FilterEndTime '2026-10-02 23:59' -SubjectContains 'Angebot' | Select-Object Subject, LastModifiedTime, LastParentPath# Zurück an den UrsprungsortPS C:\> Restore-RecoverableItems -Identity 'm.mustermann@firma.de' -FilterStartTime '2026-09-20 00:00' -FilterEndTime '2026-10-02 23:59' -SubjectContains 'Angebot'# Frist auf das Maximum setzen – für alle PostfächerPS C:\> Get-Mailbox -ResultSize Unlimited | Set-Mailbox -RetainDeletedItemsFor 30Fall 3: Postfach vorläufig gelöscht, Benutzer existiert nicht mehr
Ein vorläufig gelöschtes Postfach lässt sich mit einem neuen Benutzerobjekt verbinden – oder sein Inhalt in ein anderes Postfach kopieren, etwa das des Nachfolgers. Beides nur innerhalb der 30 Tage.
PS C:\> $alt = Get-Mailbox -SoftDeletedMailbox -Identity 'm.mustermann@firma.de'# Variante A: wieder mit einem (neuen) Benutzer verbindenPS C:\> Undo-SoftDeletedMailbox -SoftDeletedObject $alt.ExchangeGuid -WindowsLiveID 'm.mustermann@firma.de' -Password (Read-Host -AsSecureString 'Kennwort')# Variante B: Inhalt in das Postfach des Nachfolgers kopieren, als UnterordnerPS C:\> New-MailboxRestoreRequest -SourceMailbox $alt.ExchangeGuid -TargetMailbox 'nachfolger@firma.de' -TargetRootFolder 'Postfach M. Mustermann' -AllowLegacyDNMismatchPS C:\> Get-MailboxRestoreRequest | Get-MailboxRestoreRequestStatistics | Select-Object TargetAlias, Status, PercentCompleteDas verändert etwas: Nach Ablauf der 30 Tage ist das Postfach bei Microsoft endgültig gelöscht – kein Support-Ticket holt es zurück. Ab hier hilft nur eine Sicherung außerhalb der Plattform, und die muss vorher gelaufen sein.
Welche Fristen gelten bei Microsoft 365 wirklich?
Die wichtigen, nach Microsoft Learn (geprüft am 2. Oktober 2026): Ein gelöschtes Benutzerkonto kann innerhalb von 30 Tagen nach dem Löschen mit allen zugehörigen Daten wiederhergestellt werden; das Postfach wird dabei vollständig wiederhergestellt. In SharePoint und OneDrive werden gelöschte Elemente 93 Tage lang ab dem Löschen vom ursprünglichen Speicherort aufbewahrt – über beide Papierkorbstufen zusammen.
Für einzelne Mails gilt die Aufbewahrung gelöschter Elemente des Postfachs: standardmäßig 14 Tage, vom Administrator auf bis zu 30 Tage einstellbar. Wer Aufbewahrungsrichtlinien oder Beweissicherung aktiviert hat, hält länger – das ist dann aber eine Richtlinie, keine Sicherung, und sie gilt nur für das, was sie erfasst.
Diese Werte kann Microsoft mit dem Dienst ändern; maßgeblich ist die jeweils aktuelle Dokumentation. Was sich nicht ändert: Nach Ablauf der Frist sind die Daten weg, und die Plattform ist nicht dafür gebaut, dass jemand sie nach drei Monaten braucht.
Warum ist ein ausgeschiedener Mitarbeiter der häufigste Fall?
Weil beim Austritt zwei Dinge zusammenkommen: Die Lizenz wird gespart und das Konto gelöscht – oft am selben Tag, aus Ordnungsliebe. Drei Monate später braucht die Buchhaltung eine Rechnung aus diesem Postfach, der Nachfolger eine Absprache mit einem Kunden, die Geschäftsführung einen Vertragsentwurf. Dann sind die 30 Tage um.
Der bessere Ablauf beim Austritt: Konto sperren statt löschen, Postfach in ein freigegebenes Postfach umwandeln (das braucht keine Lizenz, bis 50 GB), OneDrive-Inhalte dem Vorgesetzten zuweisen, Weiterleitung einrichten – und erst nach einer festgelegten Frist löschen. Das ist ein Prozess von zehn Minuten, der in der Austrittscheckliste stehen sollte.
Und für die Fälle, in denen das nicht passiert ist, gibt es die Sicherung außerhalb der Plattform. Mit zehn Jahren Aufbewahrung ist der ausgeschiedene Mitarbeiter von vor drei Jahren kein Problem mehr, sondern eine Wiederherstellung von zehn Minuten.
Was unterscheidet Microsofts eigene Sicherung von einer externen?
Microsoft bietet inzwischen einen eigenen Sicherungsdienst für Exchange, SharePoint und OneDrive an. Er läuft auf derselben Plattform, beim selben Anbieter, unter demselben Mandanten und denselben Administratorrechten. Für den Fall „Nutzer hat etwas gelöscht“ ist das ausreichend; für den Fall „Administratorkonto kompromittiert“ oder „Mandant gesperrt“ nicht – wer die Plattform kontrolliert, kontrolliert auch diese Sicherung.
Eine externe Sicherung – bei uns Veeam Backup for Microsoft 365, betrieben in der TERRA CLOUD in Hüllhorst – liegt bei einem zweiten Anbieter, in einem zweiten Rechenzentrum, mit eigenen Zugangsdaten; nach Herstellerangabe 30 Tage unveränderbar auf S3-Speicher und bis zu zehn Jahre aufbewahrt. Das ist die Kopie, die die 3-2-1-Regel für Microsoft 365 verlangt.
Beides nebeneinander ist möglich und für manche Häuser richtig. Eines davon sollte außerhalb liegen – und das ist das, was ein Wirtschaftsprüfer unter Sicherung versteht, wenn er fragt, wie Geschäftsbriefe über die steuerliche Aufbewahrungsfrist von sechs Jahren verfügbar bleiben – die Produktseite zum Microsoft-365-Backup nennt die Fundstelle in der Abgabenordnung.
Im Betrieb
Microsoft 365 ist das System mit den meisten Nutzern und der seltensten Sicherung.
In fast jedem Haus, das wir übernehmen, sind die Server gesichert und Microsoft 365 nicht – mit dem Argument, Microsoft kümmere sich darum. Microsoft kümmert sich um die Verfügbarkeit der Plattform; die Daten darin verantwortet nach Microsofts eigenem Modell der Kunde. Die Fristen oben sind die ganze Kulanz, die es gibt.
Deshalb gehört die Sicherung von Microsoft 365 bei uns zur Datensicherung wie die der Server: täglich, außerhalb der Plattform, mit Aufbewahrung, die zu den steuerlichen Aufbewahrungsfristen passt, und mit der Möglichkeit, ein einzelnes Element in Minuten zurückzuholen. Die Lizenz je Nutzer mit Speicher-Flatrate macht die Kosten planbar – nach Herstellerangabe, Preise im Angebot.
Und die Austrittscheckliste bekommt den Punkt, der den häufigsten Fall verhindert: Konto sperren, Postfach freigeben, nicht löschen. Das kostet nichts und rettet die Rechnung, nach der die Buchhaltung in drei Monaten fragt.
Wann Sie aufhören sollten zu probieren
Benutzer wiederherstellen und Elemente zurückholen kann jeder Microsoft-365-Administrator selbst – innerhalb der Fristen. Die Grenze ist das Ende der Frist: Danach gibt es keinen Weg über Microsoft, und der Versuch, über den Support doch noch etwas zu erreichen, kostet Tage, die besser in die Wiederherstellung aus der eigenen Sicherung gehen – falls sie existiert.
Häufige Anschlussfragen
Der Nutzer sieht die Mail nicht mehr in „Gelöschte Elemente“ – ist sie weg?
Noch nicht unbedingt. In Outlook gibt es „Gelöschte Elemente vom Server wiederherstellen“ – das sind die wiederherstellbaren Elemente, 14 bis 30 Tage lang. Was dort auch nicht mehr ist, holt der Administrator mit Get-RecoverableItems, solange die Frist läuft; danach nur die externe Sicherung.
Was passiert mit dem OneDrive eines gelöschten Nutzers?
Es bleibt nach dem Löschen des Benutzers für eine Frist erhalten und kann einem anderen Nutzer zugewiesen werden – in der Standardeinstellung 30 Tage, in SharePoint-Einstellungen verlängerbar. Wird der Benutzer innerhalb der 30 Tage wiederhergestellt, kommt das OneDrive mit. Besser: beim Austritt den Zugriff dem Vorgesetzten zuweisen, bevor gelöscht wird.
Wir haben die Lizenz entfernt, nicht den Benutzer. Ist das Postfach weg?
Nach dem Entfernen der Lizenz wird das Postfach nach einer Frist getrennt – es gilt dann als deaktiviert und ist für 30 Tage wiederherstellbar, indem die Lizenz wieder zugewiesen wird. Der Weg ist einfacher als bei einem gelöschten Benutzer, aber die Frist ist dieselbe. Freigegebene Postfächer bis 50 GB brauchen keine Lizenz – das ist der Weg für ausgeschiedene Mitarbeiter.
Reicht eine Aufbewahrungsrichtlinie statt einer Sicherung?
Für die Pflicht, nichts zu löschen, ja. Für die Fähigkeit, etwas wiederherzustellen, nur eingeschränkt: Eine Richtlinie hält Daten in der Plattform, und wer die Plattform verliert – kompromittierter Mandant, gesperrtes Konto, falsch geänderte Richtlinie –, verliert sie mit. Eine Sicherung außerhalb ist unabhängig davon. Prüfer fragen nach beidem: Aufbewahrung und Sicherung.
Dazu passt
