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Wie viel Platz bleibt – und wie lange läuft es ohne Netz?

Die nutzbare Kapazität rechnet jeder. Hier steht dazu, wie lange der Verbund nach einem Plattentausch ungeschützt läuft und wie wahrscheinlich es ist, dass die Wiederherstellung selbst scheitert. Das sind die Zahlen, an denen eine Entscheidung hängt.

Verbundart
Plattenart

Nutzbar

24 TB

von 32 TB roh · 25 % für die Ausfallsicherheit

3 × nutzbar 1 × Parität
Im Betriebssystem sichtbar21,8 TiB
Darf gleichzeitig ausfallen1 Platte
Ungeschützt, Verbund im Leerlauf14,8 Stunden
Ungeschützt, Verbund unter Last1 Tag 20 Std.

Der Unterschied zwischen 24 TB und der Anzeige im Betriebssystem ist kein Verlust und kein Fehler: Hersteller rechnen 1 TB als eine Billion Byte, Windows rechnet in Zweierpotenzen. Dieselbe Menge, zwei Maßstäbe – es fehlen rund 9 %, und zwar bei jeder Platte jedes Herstellers.

Wiederherstellung scheitert an einem Lesefehler17 %

Beim Wiederherstellen müssen 24 TB fehlerfrei gelesen werden. Bei einer nicht behebbaren Lesefehlerstelle je 1.000 Billionen gelesener Bit – so steht es im Datenblatt für eine Platte für den Dauerbetrieb – sind das rechnerisch 0,19 Fehlerstellen. Bei einfacher Parität gibt es keine zweite Prüfsumme, die einspringt: Ein einziger Lesefehler an der falschen Stelle beendet die Wiederherstellung.

RAID 5 (Einfache Parität)

Lange die Vorgabe, heute nur noch bei kleinen Platten vertretbar. Beim Wiederherstellen müssen ALLE übrigen Platten vollständig gelesen werden – siehe die Risikozeile unten. Ab etwa 4 TB je Platte gehört an diese Stelle RAID 6.

Und das Wichtigste: Keine dieser Stufen ist eine Sicherung. Ein RAID schützt gegen den Ausfall eines Geräts – nicht gegen eine gelöschte Datei, nicht gegen Verschlüsselung durch einen Angreifer, nicht gegen Feuer und nicht gegen einen Controller, der beim Sterben Unsinn schreibt. In allen vier Fällen ist der Verbund sofort und vollständig mit betroffen.

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Der unterschätzte Zeitraum

Zwischen Plattentausch und Wiederherstellung liegt ein ganzer Tag ohne Schutz.

In der Vorstellung ist ein Plattenausfall ein Ereignis: Es piept, die Platte wird getauscht, alles ist gut. Tatsächlich ist es ein Zeitraum – und zwar ein langer. Der Controller muss eine komplette Platte neu befüllen, und dafür braucht er bei 8 TB rund fünfzehn Stunden, wenn der Verbund sonst nichts zu tun hat. Hat er etwas zu tun, sind es zwei Tage.

In dieser Zeit läuft ein RAID 5 ohne jeden Schutz. Und diese Zeit ist gleichzeitig die Zeit mit der höchsten Belastung, die die übrigen Platten je sehen: Sie werden von der ersten bis zur letzten Stelle gelesen. Platten, die zusammen gekauft, zusammen eingebaut und zusammen belastet wurden, fallen dabei nicht unabhängig voneinander aus.

Deshalb ist die Frage nach RAID 6 keine Frage nach dem unwahrscheinlichen Doppelausfall am selben Tag. Sie ist die Frage, ob man diesen Tag ohne Netz verbringen will – und die Antwort kostet eine Platte.

Die Verbundarten

Wofür welche Stufe gedacht ist

RAID 0 (Streifen)Voller Platz, keine Sicherheit.
Für Zwischenstände, die man jederzeit neu erzeugen kann – Videoschnitt-Puffer, Renderdateien. Fällt eine Platte aus, sind alle Daten weg, nicht nur ein Teil. In einem Server mit Geschäftsdaten hat RAID 0 nichts zu suchen.
RAID 1 (Spiegel)Hälfte des Platzes, einfachste Wiederherstellung.
Der Standard für das Systemlaufwerk und für kleine Server. Die Wiederherstellung ist ein reines Kopieren von einer Platte auf die andere – am unkompliziertesten von allen Stufen.
RAID 5 (Einfache Parität)Eine Platte für die Sicherheit, eine darf ausfallen.
Lange die Vorgabe, heute nur noch bei kleinen Platten vertretbar. Beim Wiederherstellen müssen ALLE übrigen Platten vollständig gelesen werden – siehe die Risikozeile unten. Ab etwa 4 TB je Platte gehört an diese Stelle RAID 6.
RAID 6 (Doppelte Parität)Zwei Platten für die Sicherheit, zwei dürfen ausfallen.
Die vernünftige Wahl für Datenablagen mit großen Platten. Der Punkt ist nicht der zweite gleichzeitige Ausfall, sondern der Ausfall WÄHREND einer Wiederherstellung – und genau der Zeitraum ist bei großen Platten lang.
RAID 10 (Gespiegelte Streifen)Hälfte des Platzes, schnellste Wiederherstellung.
Für Datenbanken, Terminalserver und virtuelle Maschinen – alles mit vielen kleinen Schreibvorgängen. Es kostet die Hälfte des Platzes und gibt dafür die kürzeste Zeit im ungeschützten Zustand: Wiederhergestellt wird aus einer einzigen Partnerplatte.
Einzelplatten (JBOD)Voller Platz, jede Platte für sich.
Kein Verbund, sondern mehrere getrennte Laufwerke. Fällt eine aus, sind nur deren Daten betroffen – das ist besser als RAID 0 und trotzdem kein Schutz. Sinnvoll höchstens als Ziel einer Sicherung, nie als Ablage im Zugriff.

Häufige Fragen

Warum zeigt Windows weniger Speicherplatz an, als auf der Platte steht?

Weil zwei Maßstäbe im Umlauf sind. Hersteller rechnen dezimal: 1 TB sind eine Billion Byte. Windows rechnet binär: 1 TiB sind 1.099.511.627.776 Byte, also rund 9 % mehr je Einheit – angezeigt wird die Zahl aber ebenfalls mit „TB“. Aus einer 4-TB-Platte werden dadurch 3,64 angezeigte Terabyte. Es fehlt nichts, und es ist kein Fehler: Dieselbe Menge, zwei Maßstäbe, und zwar bei jeder Platte jedes Herstellers.

Ist RAID 5 heute noch vertretbar?

Bei kleinen Platten ja, bei großen nicht mehr. Der Grund steht in der Risikozeile des Rechners: Beim Wiederherstellen müssen alle übrigen Platten vollständig fehlerfrei gelesen werden. Bei acht 16-TB-Platten sind das über 100 Terabyte – und bei einer nicht behebbaren Lesefehlerstelle je 100 Billionen gelesener Bit, wie sie das Datenblatt einer Platte für den Heimgebrauch nennt, liegt die Erwartung dann über einer Fehlerstelle. Bei einfacher Parität gibt es nichts, was einspringt: Ein Lesefehler an der falschen Stelle beendet die Wiederherstellung. Ab etwa 4 TB je Platte gehört an diese Stelle RAID 6.

Wie lange dauert eine Wiederherstellung?

Sie hängt an der Größe EINER Platte, nicht an der Größe des Verbunds – geschrieben werden muss genau eine Platte voll. Bei 8 TB und 150 MB/s sind das rund 15 Stunden im Leerlauf und eher zwei Tage, wenn der Verbund gleichzeitig arbeiten muss. In dieser ganzen Zeit läuft ein RAID 5 ohne Schutz; ein zweiter Ausfall bedeutet Totalverlust. Genau diese Zeitspanne ist der eigentliche Grund für RAID 6, nicht der gleichzeitige Doppelausfall.

Ersetzt ein RAID die Datensicherung?

Nein, und das ist der wichtigste Satz auf dieser Seite. Ein RAID schützt gegen den Ausfall eines Geräts. Es schützt nicht gegen eine gelöschte Datei, nicht gegen Verschlüsselung durch einen Angreifer, nicht gegen Feuer oder Wasser und nicht gegen einen Controller, der beim Sterben Unsinn auf alle Platten schreibt. In allen vier Fällen ist der Verbund sofort und vollständig mit betroffen – das Löschen wird ja ordnungsgemäß gespiegelt.

Wie viele Platten soll ein Verbund haben?

Bei RAID 6 haben sich sechs bis zwölf bewährt. Weniger verschenkt Kapazität, weil zwei Platten immer für die Sicherheit draufgehen; deutlich mehr erhöht die Menge, die beim Wiederherstellen fehlerfrei gelesen werden muss, und damit das Risiko. Wichtiger als die Zahl ist ohnehin eine Reserveplatte, die im Gehäuse steckt und bei einem Ausfall von selbst übernimmt – die Wiederherstellung beginnt dann in Minuten und nicht, wenn jemand die Meldung liest.

Woher kommt die Zahl für das Lesefehlerrisiko?

Aus der Herstellerangabe im Datenblatt: eine nicht behebbare Lesefehlerstelle je 100 Billionen gelesener Bit bei Platten für den Heimgebrauch, je 1.000 Billionen bei Platten für den Dauerbetrieb. Das ist eine Spezifikation, keine Messung – Felddaten liegen besser, und die Rechnung gilt als pessimistisch. Wir zeigen sie trotzdem, weil sie die Größenordnung richtig trifft und weil sie erklärt, warum die Hersteller selbst für Server andere Platten verkaufen. Die Annahme steht sichtbar daneben; wer sie für zu streng hält, kann auf „Dauerbetrieb“ umschalten und den Unterschied sehen.

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