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StörungenWindows und Arbeitsplatz

SSD oder Festplatte wird nicht erkannt – was prüfe ich zuerst?

Nicht erkannt kann drei sehr verschiedene Dinge bedeuten, und die Unterscheidung entscheidet über alles Weitere: Das Laufwerk fehlt schon im BIOS, es ist dort sichtbar und fehlt in Windows, oder es ist in der Datenträgerverwaltung sichtbar und hat nur keinen Laufwerksbuchstaben. Der dritte Fall ist in zwei Minuten erledigt, der erste ist ein Hardwarefall. Sehen Sie deshalb zuerst in der Datenträgerverwaltung nach.

Von Metehan Kurt · Fachlich geprüft von Seamand Mala · 27. September 2026

  • 14Jahre

    unternehmerisch im IT-Betrieb, GmbH seit 2020

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Woran Sie erkennen, dass es dieser Fall ist

  • Sie müssen den Datenträger formatieren, bevor Sie ihn verwenden können.
  • Der Datenträger ist unbekannt und nicht initialisiert.
  • Kein Medium
  • Auf das Laufwerk kann nicht zugegriffen werden.
  • Die Anforderung konnte wegen eines E/A-Gerätefehlers nicht ausgeführt werden.

Zugehörige Fehlercodes

  • 0x8007045D
  • 0x80070570
  • RAW
  • Nicht initialisiert

Die schnelle Hilfe, in dieser Reihenfolge

  1. In die Datenträgerverwaltung sehen

    Sie zeigt auch Laufwerke, die im Explorer fehlen – nicht initialisierte, unformatierte und solche ohne Buchstaben. Steht das Laufwerk hier, ist es elektrisch in Ordnung und die Sache klein. Steht es nicht hier, geht die Suche eine Ebene tiefer.

    Damit wissen Sie: Sie wissen, ob es ein Windows-Thema ist oder ein Hardware-Thema.

  2. Fehlt der Laufwerksbuchstabe, ihn vergeben

    Der häufigste harmlose Fall: Das Laufwerk ist da, formatiert und vollständig, nur ohne Buchstaben. Das passiert nach dem Umstecken, nach einem Systemwechsel und wenn zwei Datenträger denselben Buchstaben beanspruchen. Buchstabe vergeben, fertig.

    Damit wissen Sie: Bei einem vorhandenen Dateisystem sind die Daten danach unverändert da.

  3. Bei Nicht initialisiert: erst nachdenken

    Windows bietet an, den Datenträger zu initialisieren, und das klingt harmlos. Bei einem neuen Laufwerk ist es richtig. Bei einem Laufwerk mit Daten ist es der Schritt, nach dem die Partitionstabelle neu geschrieben ist – und die alte weg. Wenn dort Daten lagen, brechen Sie hier ab.

    Damit wissen Sie: Sie haben die eine wirklich gefährliche Schaltfläche dieser Störung nicht gedrückt.

  4. Fehlt das Laufwerk ganz: Anschluss und BIOS

    Erscheint es auch in der Datenträgerverwaltung nicht, sehen Sie im BIOS nach. Fehlt es auch dort, ist es ein Hardwarefall: Kabel, Steckplatz, Stromversorgung – bei M.2-Laufwerken zusätzlich die Frage, ob der Steckplatz die Bauart überhaupt unterstützt und ob er mit einem anderen Anschluss geteilt ist, der ihn abschaltet.

    Damit wissen Sie: Im BIOS unsichtbar heißt: Windows ist unbeteiligt.

  5. Bei externen Laufwerken: Anschluss und Strom

    Externe Platten an einem Anschluss an der Gehäusefront oder an einer Dockingstation bekommen manchmal zu wenig Strom, um anzulaufen. Direkt an der Rückseite und mit einem anderen Kabel probieren, bevor man an Datenrettung denkt. Ein Laufwerk, das hörbar anläuft und wieder abfällt, hat ein Stromproblem.

    Damit wissen Sie: Schließt das die Stromversorgung aus, bleibt nur das Laufwerk selbst.

Dasselbe in PowerShell

Für alle, die mehr als einen Rechner betreuen

Die drei Fälle dieser Seite – gar nicht sichtbar, sichtbar ohne Buchstabe, sichtbar ohne Dateisystem – lassen sich in einem Befehl auseinanderhalten. Er zeigt Datenträger und Partitionen nebeneinander und damit sofort, in welchem Fall Sie sind.

PowerShell mit erweiterten Rechten starten – so geht es
Windows 11
Rechtsklick auf das Startsymbol – oder die Tastenkombination Windows + X – und dann Terminal (Administrator) wählen.
Windows 10
Dieselbe Tastenkombination, der Eintrag heißt dort Windows PowerShell (Administrator). Steht dort stattdessen die Eingabeaufforderung, lässt sich das in den Taskleisteneinstellungen umstellen – oder Sie nehmen den Weg darunter.
Auf jedem Windows
Startmenü öffnen, powershell tippen und den Treffer mit Strg + Umschalt + Eingabe öffnen. Das ist der Weg, der überall funktioniert.
Woran Sie erkennen, dass es geklappt hat
In der Titelleiste des Fensters steht Administrator, und die Eingabeaufforderung beginnt in C:\Windows\System32 statt in Ihrem Benutzerordner. Vorher bestätigen Sie die Abfrage der Benutzerkontensteuerung mit Ja.
Wenn nach Zugangsdaten gefragt wird
Dann sind Sie auf diesem Rechner kein Administrator. Im Firmennetz ist das der Regelfall und Absicht: Wer täglich mit erhöhten Rechten arbeitet, gibt einer Schadsoftware dieselben Rechte. Der richtige Weg ist die Zuarbeit durch die Administration – nicht das dauerhafte Hochstufen des eigenen Kontos.

Ein Hinweis, der wichtiger ist als er klingt: Führen Sie keinen Befehl aus, dessen Wirkung Sie nicht benennen können – auch keinen von uns. Die Blöcke unten sagen jeweils dazu, was sie tun; die, die etwas verändern, sind gekennzeichnet.

Datenträger und Partitionen nebeneinanderlegen

Beantwortet in einem Durchgang, ob Windows das Laufwerk sieht, ob es Partitionen hat und ob diese einen Buchstaben tragen.

Windows PowerShellAdministrator
PS C:\> Get-Disk | Select-Object Number, FriendlyName, @{n='GB';e={[math]::Round($_.Size/1GB)}}, PartitionStyle, OperationalStatus, HealthStatusNumber FriendlyName GB PartitionStyle OperationalStatus HealthStatus------ ------------ --- -------------- ----------------- ------------ 0 Samsung SSD 870 477 GPT Online Healthy 1 WDC WD20EZBX 1863 RAW Offline Healthy# Und die Partitionen dazuPS C:\> Get-Partition | Select-Object DiskNumber, PartitionNumber, DriveLetter, @{n='GB';e={[math]::Round($_.Size/1GB)}}, TypePS C:\> Get-Volume | Select-Object DriveLetter, FileSystemLabel, FileSystem, HealthStatus, @{n='Frei_GB';e={[math]::Round($_.SizeRemaining/1GB,1)}}

Einen fehlenden Laufwerksbuchstaben vergeben

Der häufigste harmlose Fall. Die Daten bleiben dabei unverändert – es wird nur ein Buchstabe zugewiesen.

Windows PowerShellAdministrator
# Partitionen ohne Buchstaben findenPS C:\> Get-Partition | Where-Object { -not $_.DriveLetter -and $_.Type -eq 'Basic' } |>> Select-Object DiskNumber, PartitionNumber, @{n='GB';e={[math]::Round($_.Size/1GB)}}# Buchstaben zuweisenPS C:\> Set-Partition -DiskNumber 1 -PartitionNumber 1 -NewDriveLetter E

Das verändert etwas: Ändert die Zuordnung eines Buchstabens. Prüfen Sie vorher mit dem Befehl darüber, welche Partition Sie treffen – auf dem falschen Datenträger wäre es zwar nicht zerstörerisch, aber verwirrend.

Ein Laufwerk online schalten

Steht bei OperationalStatus Offline, liegt es oft an einer Richtlinie für neu angeschlossene Datenträger. Online schalten reicht dann.

Windows PowerShellAdministrator
PS C:\> Set-Disk -Number 1 -IsOffline $falsePS C:\> Set-Disk -Number 1 -IsReadOnly $false# KontrollePS C:\> Get-Disk -Number 1 | Select-Object Number, OperationalStatus, IsReadOnly

Das verändert etwas: Schaltet einen Datenträger in den Betrieb. Bei Laufwerken aus einem anderen Server oder aus einem Verbund kann das Einbinden Folgen haben – dort erst den Zusammenhang klären.

Den Zustand lesen, bevor irgendetwas geschrieben wird

Die Regel dieser Seite: erst lesen, dann entscheiden. Wenn die Zählerwerte schlecht sind, ist jede Reparatur der falsche nächste Schritt.

Windows PowerShell
PS C:\> Get-PhysicalDisk | Select-Object DeviceId, FriendlyName, MediaType, HealthStatus, OperationalStatusPS C:\> Get-PhysicalDisk | Get-StorageReliabilityCounter |>> Select-Object DeviceId, Temperature, ReadErrorsUncorrected, Wear, PowerOnHoursDeviceId Temperature ReadErrorsUncorrected Wear PowerOnHours-------- ----------- --------------------- ---- ------------ 1 41 14 0 41022# Ein Wert über null bei ReadErrorsUncorrected ist ein Befund.

Das Dateisystem prüfen – zuerst ohne zu schreiben

Nur wenn die Zählerwerte unauffällig sind. Der erste Aufruf prüft nur; der zweite repariert und schreibt dabei.

Windows PowerShellAdministrator
# Nur prüfenPS C:\> Repair-Volume -DriveLetter E -ScanNoErrorsFound# Erst danach und nur bei sauberen Zählerwerten:PS C:\> Repair-Volume -DriveLetter E -OfflineScanAndFix

Das verändert etwas: Die zweite Zeile schreibt auf das Laufwerk und nimmt es dafür kurzzeitig aus dem Betrieb. Auf einem Laufwerk mit Lesefehlern kann das den Rest unlesbar machen – dann gehört zuerst ein Abbild gezogen.

Was bedeutet RAW in der Datenträgerverwaltung?

RAW heißt, dass Windows auf der Partition kein Dateisystem erkennt. Das kann bedeuten, dass es beschädigt ist, oder dass es eines ist, das Windows nicht liest – etwa von einem Linux-System oder aus einem Netzwerkspeicher. Der Unterschied ist erheblich: Im zweiten Fall ist alles in Ordnung, es fehlt nur der passende Lesezugang.

Was Windows dann anbietet, ist Formatieren. Das ist bei einem beschädigten Dateisystem mit wichtigen Daten die falsche Antwort. Der richtige Weg heißt: nichts schreiben, ein Abbild des Laufwerks ziehen und aus dem Abbild wiederherstellen. Jeder Schreibvorgang auf dem Original verschlechtert die Aussichten.

Genau hier werden die meisten Daten endgültig verloren – nicht durch den ursprünglichen Fehler, sondern durch die Rettungsversuche danach.

Warum wird eine neue M.2-SSD nicht erkannt?

Meistens wegen der Bauart des Steckplatzes. Es gibt zwei Anschlussarten im selben Format, und nicht jeder Steckplatz beherrscht beide. Ein Laufwerk, das in den Steckplatz passt, muss also noch lange nicht laufen.

Der zweite häufige Grund ist die Aufteilung der Anschlüsse: Auf vielen Hauptplatinen teilen sich ein M.2-Steckplatz und zwei SATA-Anschlüsse dieselben Leitungen. Wer den M.2-Steckplatz belegt, schaltet damit SATA-Anschlüsse ab – oder umgekehrt. Das steht im Handbuch der Platine und sonst nirgends.

Der dritte: Ein neues Laufwerk ist unformatiert und muss einmal eingerichtet werden. Das ist kein Fehler, sondern der normale Auslieferungszustand.

Woran erkenne ich, dass das Laufwerk selbst defekt ist?

An drei Zeichen. Es taucht im BIOS nicht auf, obwohl Kabel und Stromversorgung geprüft sind. Es ist sichtbar, meldet aber Lese- oder Schreibfehler. Oder es verschwindet im laufenden Betrieb und kommt nach einem Neustart wieder – das ist das unangenehmste Zeichen, weil es harmlos wirkt.

Bei Magnetplatten kommen hörbare Zeichen dazu: regelmäßiges Klicken, ein Anlaufen, das abbricht, ein Schleifgeräusch. Wer so ein Laufwerk noch einmal einschaltet, um es zu probieren, verschlechtert damit möglicherweise die Aussicht auf eine Rettung.

Im Betrieb

Die eigentliche Frage ist nicht, ob das Laufwerk zurückkommt, sondern wann die letzte Sicherung lief.

Bei einem einzelnen Arbeitsplatz ist ein ausgefallenes Laufwerk ein Ärgernis von einem halben Tag – vorausgesetzt, die Daten liegen nicht darauf. Genau diese Voraussetzung stimmt in vielen Betrieben nicht: Auf den lokalen Platten liegen Entwürfe, Exporte, Mailarchive und die Ablage einer Abteilung, die sich das vor Jahren so eingerichtet hat.

Deshalb ist die erste Frage bei dieser Störung nicht technisch, sondern organisatorisch: Was lag darauf, und wo liegt es sonst noch? Wer sie nicht beantworten kann, hat kein Laufwerksproblem, sondern ein Sicherungsproblem – und das Laufwerk hat es nur sichtbar gemacht.

Eine Datenrettung aus einem Reinraum kostet in der Regel einen vierstelligen Betrag und braucht Tage bis Wochen. Gegen eine Sicherung, die es ohnehin geben sollte, ist das in keiner Rechnung zu rechtfertigen.

Wann Sie aufhören sollten zu probieren

Bei hörbaren Geräuschen, bei RAW mit wichtigen Daten und bei einem Laufwerk aus einem RAID-Verbund: sofort aufhören. Jeder weitere Einschaltversuch kann die Rettung verschlechtern, und beim RAID kann ein falscher Wiederherstellungsversuch den ganzen Verbund unbrauchbar machen.

Häufige Anschlussfragen

Soll ich chkdsk laufen lassen?

Bei einem Dateisystem mit kleinen Unstimmigkeiten ja. Bei einem Laufwerk mit Hardwarefehlern nein: chkdsk schreibt, und Schreiben auf ein sterbendes Laufwerk kann den Rest unlesbar machen. Die Reihenfolge ist deshalb immer erst SMART-Werte ansehen, dann entscheiden – nicht umgekehrt.

Was kostet eine Datenrettung?

Für eine logische Wiederherstellung, bei der das Laufwerk noch läuft, liegen die üblichen Angebote im niedrigen dreistelligen Bereich. Eine Öffnung im Reinraum bei mechanischem Schaden ist eine andere Größenordnung, meist vierstellig, und ohne Erfolgsgarantie. Seriöse Anbieter geben vorab eine Analyse und einen Festpreis.

Kann ich das Laufwerk in einem anderen Rechner prüfen?

Ja, und das ist ein guter Test – er trennt Laufwerk von Rechner in wenigen Minuten. Nur nicht bei einem Laufwerk mit Verdacht auf mechanischen Schaden: Dort ist jeder zusätzliche Anlaufversuch ein Risiko. Und nicht bei einem Laufwerk aus einem RAID, bevor der Verbund dokumentiert ist.

Warum zeigt Windows weniger Kapazität an als aufgedruckt?

Weil Hersteller mit Zehnerpotenzen rechnen und Windows mit Zweierpotenzen. Aus 1.000 Gigabyte des Herstellers werden 931 Gibibyte bei Windows – dieselbe Menge, zwei Zählweisen. Das ist kein Fehler und kein Grund zur Sorge; ein deutlich größerer Unterschied dagegen schon.

Dazu passt

Einordnung in zwei Schritten

Was Ihre IT braucht, entscheidet sich an Branche und Größe – nicht am Katalog.

1Wie viele Arbeitsplätze hat Ihr Unternehmen?
2In welcher Branche?
3Welche Software setzen Sie ein?

Erscheint nach der Branche.

Drei Angaben genügen – Sie sehen sofort, was bei Ihnen trägt.