In vielen Unternehmen gibt es Störungen, über die niemand mehr spricht. Das System hängt jeden Morgen, die Telefonie bricht ab, der Server muss einmal in der Woche neu gestartet werden. Gefragt, warum das so ist, bekommt man eine Antwort, die jede Diskussion beendet: Das war schon immer so.
„Das war schon immer so“
Mit der Zeit entsteht eine resignierte Gewöhnung an die eigene Infrastruktur. Man arbeitet um die Störungen herum, plant sie ein, erklärt sie neuen Mitarbeitenden als Eigenart des Hauses. Und je länger das dauert, desto stärker wird eine zweite Haltung: die Abneigung gegen einen Wechsel des IT-Partners. Argumente dringen nicht mehr durch, weil man niemandem mehr glaubt, der sagt, es gehe besser.
Das ist verständlich. Wer jahrelang gehört hat, schneller gehe es nicht, und dann einen neuen Anbieter erlebt, der dasselbe sagt, hört irgendwann auf zu fragen. Nur ändert das nichts an den Kosten: an den verlorenen Stunden, an der Geduld der Mitarbeitenden, an dem Eindruck, den Kunden gewinnen.
Warum der Wechsel nicht das Risiko ist
Die Angst vor dem Wechsel speist sich aus einer Vorstellung: dass beim Übergang etwas kaputtgeht, Daten verloren gehen, der Betrieb tagelang steht. Das passiert, wenn ein Wechsel schlecht geplant ist. Ein gut geplanter Wechsel ist unterbrechungsfrei – das Neue wird neben dem Alten aufgebaut, jede Umstellung hat einen Rückweg, und am Ende übernimmt jemand eine Anlage, die er vorher vollständig erfasst hat.
Wir arbeiten so, und wir haben es oft getan: in internationalen Rollouts der SAP HANA Enterprise Cloud, an denen unser Geschäftsführer mitgewirkt hat, und in zahlreichen Projekten im Mittelstand. Wie man eine Übergabe im Detail plant – Zugänge, Dokumentation, Lizenzen, Reihenfolge –, beschreibt unser Beitrag zum Dienstleisterwechsel.
Was sich ändern kann – vier Fälle
Behauptungen helfen niemandem, der schon zu viele gehört hat. Deshalb vier Fälle aus unserer Praxis, jeder mit einer Lage, die vorher als unabänderlich galt:
- Eine Unternehmensberatung mit 150 Mitarbeitenden hatte täglich SharePoint-Ausfälle und die Auskunft, schneller gehe es nicht. Nach Neuaufbau und Betreuung über 500 Kilometer lief der Betrieb störungsfrei.
- Mehrere Steuerkanzleien arbeiteten mit langsamer Kanzleisoftware und Zeitüberschreitungen. Die Ursache war Hitze, nicht alte Hardware – gelöst mit Serverschrank und Verkabelung, ohne Server-Neukauf.
- Eine Steuerkanzlei konnte drei Wochen lang kaum arbeiten, weil 18 Arbeitsplätze an einem LTE-Router mit wenigen Mbit/s hingen. Ein aktueller 5G-Router ging in wenigen Minuten mit rund 100 Mbit/s online.
- Ein Technologieunternehmen stand nach einem Ransomware-Angriff still. Nach Analyse und Bereinigung lief es nach acht Stunden wieder.
Woran Sie einen passenden IT-Partner erkennen
- Er sucht die Ursache, bevor er etwas verkauft – auch wenn die Antwort lautet, dass kein neues Gerät nötig ist.
- Er sagt, was er nicht weiß, statt eine Zahl zu raten.
- Er dokumentiert so, dass ein anderer übernehmen könnte.
- Er hat für jede Umstellung einen Rückweg.
- Er kann Beispiele nennen, die zu Ihrer Lage passen – mit Ausgangslage, Maßnahme und Ergebnis.
- Er spricht über Ihre Infrastruktur, nicht über die seines Vorgängers.
Wirtschaftlicher, nicht billiger
Ein Wechsel lohnt sich selten, weil der neue Partner günstiger ist. Er lohnt sich, wenn Probleme an der Ursache gelöst werden: weniger Ausfallzeit, kein unnötiger Hardwaretausch, kein wochenlanger Stillstand. Unterm Strich arbeiten unsere Kunden deshalb wirtschaftlicher. Wer mit uns arbeitet, sieht den Unterschied in aller Regel schnell – und versteht, was ein Fachunternehmen wert ist.
Eine zweite Meinung einholen
Der erste Schritt muss kein Wechsel sein. Eine zweite Meinung reicht: Jemand von außen sieht sich die Umgebung an und sagt offen, was sie leisten kann und wo die Ursache der Störungen liegt. Danach entscheiden Sie – mit Fakten statt mit Gewöhnung.
Verwandte Themen: Wer hier weiterdenkt, liest bei IT-Gutachten, Auftragsverarbeitung und Dienstleisterwechsel weiter.




