Frankfurt am Main ist einer der wichtigsten Orte für Rechenzentren in Europa. Wer im Rhein-Main-Gebiet ein Unternehmen führt, lebt in der Nähe dieser Infrastruktur – und fragt sich zu Recht, was er davon hat. Die Antwort ist weniger glamourös als die Rekordzahlen, aber nützlicher.
Wie viele Rechenzentren gibt es in Frankfurt?
Das Stadtplanungsamt Frankfurt nannte im März 2024 82 Rechenzentren auf rund 70 Hektar Gewerbefläche im Bestand der Stadt. Die Zahl ist nicht statisch: Der Magistrat ging 2022 auf Grundlage des Flächenverbrauchs der Jahre 2016 bis 2020 davon aus, dass bis 2030 im Mittel knapp 75 Hektar weitere Fläche in Industrie- und Gewerbegebieten für Rechenzentren benötigt würden.
Warum ausgerechnet Frankfurt?
Der wichtigste Grund ist der Internetknoten DE-CIX Frankfurt. An einem solchen Knoten tauschen Netzbetreiber, Cloud-Anbieter und Plattformen ihre Daten direkt aus, statt sie über Umwege zu schicken. DE-CIX bezeichnet den Frankfurter Knoten als Europas größten Internetknoten; am 7. Juli 2026 erreichte er einen Rekordwert von 19,636 Terabit pro Sekunde. In den vergangenen fünf Jahren hat sich der Spitzen-Datenverkehr dort nach Angaben von DE-CIX nahezu verdoppelt.
Wo so viele Netze zusammenkommen, siedeln sich Rechenzentren an – und wo Rechenzentren stehen, kommen weitere Netze hinzu. Dieser Kreislauf hat Frankfurt zum Rechenzentrumsstandort gemacht.
Was das für die Stadt bedeutet
Der Erfolg hat Kehrseiten, und die Stadt benennt sie offen. In seinem Rechenzentrenkonzept beschreibt der Magistrat Rechenzentren als stark bodenpreiswirksam: Sie konkurrieren um Gewerbeflächen mit verarbeitendem Gewerbe, Handwerk und Industrie und können sie verdrängen. Hinzu kommen der Stromverbrauch, Eingriffe ins Stadtbild und Konflikte mit der Nachbarschaft. Die Stadt will das künftige Wachstum deshalb in geeignete Gewerbegebiete lenken und die Abwärme der Rechenzentren nutzbar machen.
Was der Mittelstand in Rhein-Main davon hat
Für ein mittelständisches Unternehmen ist der Rekord am Internetknoten keine Zahl, mit der es arbeitet. Wichtig ist, was daraus folgt: kurze Wege zu den großen Cloud-Anbietern, eine große Auswahl an Rechenzentren und Anbindungen in der Region, und die Möglichkeit, Systeme dort unterzubringen, wo Strom, Kühlung und Zutritt professionell geregelt sind.
- Server oder Speicher in ein Rechenzentrum der Region auslagern, statt den eigenen Serverraum aufzurüsten
- Eine zweite Kopie der Daten an einem anderen Ort halten – in einem Rechenzentrum, das nicht dieselben Risiken teilt wie das eigene Gebäude
- Cloud-Dienste mit kurzen Wegen nutzen, ohne alles in die Cloud zu verlagern
Die eigentliche Frage ist selten, welches Rechenzentrum, sondern was dorthin gehört. Nicht jedes System gehört ausgelagert, und nicht alles gehört in die Cloud. Ein durchdachter, hybrider Aufbau nutzt die Infrastruktur der Region, ohne sich ihr auszuliefern.
Wo wir stehen
Wir sind kein Frankfurter Rechenzentrumsbetreiber, und wir behaupten es nicht. Unsere eigenen Racks stehen in Viernheim, knapp eine Stunde vom Frankfurter Zentrum entfernt; dazu betreiben wir Systeme in Partner-Rechenzentren in Deutschland. Wo ein Projekt Rechenzentrumsfläche in Frankfurt braucht, stellen wir sie über ein Partner-Rechenzentrum vor Ort bereit – geplant, eingerichtet und betreut von unserem Team.
Für Unternehmen in Frankfurt und Rhein-Main übernehmen wir die laufende Betreuung, Rollouts und Umzüge, den Aufbau von Serverräumen und die Frage, was wohin gehört. Wie das in der Praxis aussieht, zeigen unsere Referenzen.
Verwandte Themen: Wer hier weiterdenkt, liest bei Datenstandort und Betreiber, Georedundanz und Energieeffizienzgesetz weiter.
Im Text erwähnt
Quellen
- Stadtplanungsamt Frankfurt am Main: Rechenzentren in Frankfurt am Main, Impulsvortrag vom 04.03.2024 · Stadtplanungsamt Frankfurt am Main (veröffentlicht von der Schader-Stiftung)
- Vortrag des Magistrats M 44 vom 21.03.2022: Rechenzentrenkonzept – Aktualisierung des Gewerbeflächenentwicklungsprogramms · Stadt Frankfurt am Main, Stadtplanungsamtamtlich
- DE-CIX: Fußball-WM treibt globalen DE-CIX Internetverkehr auf neues Rekordhoch von 29,5 Terabit pro Sekunde (Presseinformation vom 8. Juli 2026) · DE-CIX Management GmbH



