Worum es in diesem Teil geht: wie Hochverfügbarkeit im Alltag eines mittelständischen Hauses aussieht – mit laufender Spiegelung, Umschalten bei Hardware-Ausfall und einem hybriden Aufbau, der Teile der Infrastruktur zusätzlich im Rechenzentrum hält.
- Spiegelung: laufend, auf unsere Server und ins Rechenzentrum
- Bei Hardware-Ausfall: Umschalten, Betrieb geht weiter, sobald der Fehler erkannt ist
- Aufbau: hybrid – vor Ort und im Rechenzentrum
Was Hochverfügbarkeit bedeutet
Hochverfügbarkeit heißt, dass ein System auch dann weiterläuft, wenn ein Teil davon ausfällt. Das erreicht man nicht durch bessere Hardware – auch die beste Hardware fällt irgendwann aus –, sondern durch eine zweite, die übernimmt. Die Frage ist nur, wie schnell und wie vollständig sie übernimmt.
Dafür gibt es zwei Grundformen. Bei der automatischen Umschaltung erkennt das System den Ausfall selbst und übernimmt ohne Zutun. Bei der kontrollierten Umschaltung wird umgeschaltet, sobald der Fehler erkannt ist – von jemandem, der weiß, was er tut. Welche Form passt, hängt davon ab, wie teuer jede Minute Ausfall ist und wie komplex die Umgebung.
Laufende Spiegelung
Für die Beratung haben wir die Kundensysteme laufend gespiegelt: auf Server in unserer Infrastruktur und ins Rechenzentrum. Gespiegelt heißt, dass dort jederzeit ein aktueller Stand bereitsteht – nicht der von gestern Nacht, sondern der von gerade eben.
Fiel Hardware aus, wurde umgeschaltet. Der Kunde arbeitete weiter, sobald der Fehler erkannt war. Für ihn sah ein Hardware-Ausfall dann aus wie eine kurze Unterbrechung, nicht wie ein verlorener Tag.
Warum hybrid
Zusätzlich haben wir Teile der Infrastruktur redundant im Rechenzentrum aufgebaut. Der Grund ist einfach: Was nur an einem Ort steht, fällt mit diesem Ort aus – bei einem Stromausfall im Gebäude, einem Wasserschaden, einem Leitungsschaden in der Straße. Ein zweiter Ort, der nicht dieselben Risiken teilt, macht aus einem Totalausfall eine Umschaltung.
Hybrid heißt dabei nicht, alles doppelt zu haben. Es heißt, für jedes System zu entscheiden, was es braucht: Manches läuft vor Ort und wird ins Rechenzentrum gespiegelt, manches läuft im Rechenzentrum und hat vor Ort eine Reserve. Diese Entscheidung ist der eigentliche Entwurf.
Woran man gute Hochverfügbarkeit erkennt
- Der Ausfall eines Geräts hält den Betrieb nicht an
- Der zweite Stand ist aktuell, nicht von gestern
- Umgeschaltet wurde schon einmal – zur Probe, nicht erst im Ernstfall
- Jemand sieht den Ausfall, bevor die Nutzer ihn melden
Was das für Ihr Unternehmen bedeutet
Fragen Sie nicht, ob Ihre Server zuverlässig sind, sondern was passiert, wenn einer ausfällt. Hochverfügbarkeit ist keine Eigenschaft eines Geräts, sondern einer Architektur – und die muss nicht teuer sein, wenn man für jedes System entscheidet, wie viel Ausfall es verträgt.
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