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Das Journal des DAVINCI RechenzentrumsMittwoch, 30. September 2026127 Beiträge · 14 Ressorts

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Windows 10 ist Geschichte: Was das Support-Ende jetzt bedeutet

Seit Oktober 2025 liefert Microsoft keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr für Windows 10. Wer noch Altsysteme betreibt, arbeitet mit wachsendem Risiko – die Optionen im Überblick.

Moderner IT-Arbeitsplatz mit zwei Bildschirmen im Unternehmen
Symbolbild, künstlich erzeugtStand der Angaben: September 2026

Am 14. Oktober 2025 hat Microsoft den regulären Support für Windows 10 beendet. Die Rechner laufen seitdem weiter – aber neu entdeckte Sicherheitslücken werden auf ihnen nicht mehr kostenlos geschlossen. Für Privatnutzer ist das riskant, für Unternehmen ist es mehr: Ein bekannt verwundbares System im Firmennetz ist ein offenes Einfallstor, und im Schadensfall stellt sich schnell die Frage nach der Sorgfaltspflicht.

Zehn Monate nach dem Stichtag hat sich die Lage in vielen Betrieben sortiert, aber nicht erledigt. Übrig bleiben typischerweise Einzelfälle: der Rechner an der Maschine, das Notebook im Außendienst, der PC mit der alten Branchensoftware, die unter Windows 11 nie getestet wurde. Genau diese Restbestände verdienen jetzt Aufmerksamkeit, denn für Unternehmen endet das erste Jahr der kostenpflichtigen Verlängerung am 13. Oktober 2026.

Was die Verlängerung leistet – und was nicht

Microsoft bietet Unternehmen erweiterte Sicherheitsupdates (Extended Security Updates, ESU) über die Volumenlizenzierung an, jeweils für ein Jahr und höchstens für drei Jahre. Das zweite Jahr reicht bis zum 12. Oktober 2027, das dritte bis zum 10. Oktober 2028. Der Preis verdoppelt sich von Jahr zu Jahr, und die Jahre bauen aufeinander auf: Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, muss das erste nachträglich mitbezahlen. Voraussetzung ist Windows 10 in der Version 22H2.

Entscheidend ist der Leistungsumfang. ESU liefert ausschließlich kritische und wichtige Sicherheitsupdates – keine neuen Funktionen, keine sonstigen Fehlerbehebungen und keinen allgemeinen technischen Support. Das Verbraucherprogramm, das Microsoft inzwischen bis Oktober 2027 verlängert hat, richtet sich an private Geräte und ist keine Grundlage für den Firmenbetrieb. Ohne Zusatzkosten enthalten ist ESU dagegen für Windows-10-Systeme in bestimmten Microsoft-Cloud-Umgebungen, etwa Windows 365 oder Azure Virtual Desktop.

Die drei realistischen Wege

Erstens der Umstieg auf Windows 11: der Regelweg, aber nicht immer trivial, denn Windows 11 stellt Hardware-Anforderungen – unter anderem ein TPM-2.0-Modul, eine UEFI-Firmware mit Secure Boot und einen Prozessor aus Microsofts Kompatibilitätsliste –, die ältere Geräte nicht erfüllen. Zur Migration gehört deshalb eine ehrliche Hardware-Inventur. Zweitens die kostenpflichtige Verlängerung per ESU: ein Zeitkauf, kein Zielzustand. Drittens die Ablösung des Arbeitsplatzkonzepts selbst – etwa durch Terminal- oder Cloud-Arbeitsplätze, bei denen die Rechenleistung zentral und dauerhaft aktuell gehalten wird und das Endgerät im Wesentlichen nur noch anzeigt.

Welcher Weg passt, entscheidet sich selten für das ganze Unternehmen, sondern je Gerätegruppe. Drei Fragen helfen bei der Zuordnung: Erfüllt das Gerät die Anforderungen und hat es noch eine sinnvolle Restlaufzeit? Hängt an ihm eine Anwendung, die unter Windows 11 nicht freigegeben ist? Und braucht der Arbeitsplatz überhaupt lokale Rechenleistung, oder genügt der Zugang zu zentral betriebenen Anwendungen?

ESU ist vertretbar, wenn ein konkreter Grund und ein festes Enddatum vorliegen – etwa eine Fachanwendung, deren Nachfolgeversion erst im kommenden Frühjahr freigegeben wird. Nicht vertretbar ist ESU als Mittel, eine Entscheidung zu vertagen. Weil sich der Preis jährlich verdoppelt, wird das Aufschieben mit jedem Jahr teurer, während die Geräte älter werden.

Sonderfälle, die in keiner Inventur fehlen dürfen

Nicht jedes Windows-10-Gerät fiel unter das Supportende vom Oktober 2025. Die Langzeitversionen folgen eigenen Zyklen: Windows 10 Enterprise LTSC 2021 erhält noch bis zum 12. Januar 2027 Updates, die für Geräte mit festem Einsatzzweck gedachte Variante Windows 10 IoT Enterprise LTSC 2021 sogar bis Januar 2032. Solche Systeme stecken häufig in Produktionsanlagen, Kassen oder Messgeräten und werden vom Lieferanten betreut. Die Frage nach dem Supportzeitraum gehört dann schriftlich an diesen Lieferanten.

Umgekehrt gibt es Geräte, die sich weder aktualisieren noch kurzfristig ersetzen lassen, weil eine Maschine oder ein Prüfstand an ihnen hängt. Sie gehören isoliert: in ein eigenes Netzsegment, ohne Internetzugang und ohne E-Mail, mit nur den Verbindungen, die für ihre Aufgabe unverzichtbar sind. Diese Isolierung ist eine Ausnahme mit Begründung und Ablaufdatum, keine stille Dauerlösung.

Was jetzt zu tun ist

  • Inventur: Welche Geräte laufen noch mit Windows 10, in welcher Edition und Version, und welche erfüllen die Anforderungen für Windows 11?
  • Anwendungsprüfung: Welche Fachprogramme, Treiber und Peripheriegeräte sind unter Windows 11 freigegeben – belegt durch den Hersteller, nicht durch Hörensagen?
  • Priorisierung: Zuerst Geräte mit Zugriff auf sensible Daten oder direkter Internetnutzung.
  • Entscheidung je Gerät: Umstieg, Ersatz, ESU mit festem Enddatum oder Isolierung – und wer diese Entscheidung verantwortet.
  • Zeitplan: gestaffelte Migration über wenige Monate statt Stichtagsaktion; wer ESU nutzt, plant rückwärts vom 13. Oktober 2026.
  • Kombination: Migration mit ohnehin anstehendem Hardware-Ersatz verbinden.

Windows 11 ist kein Endzustand

Wer umgestiegen ist, hat das Thema nicht abgeschlossen, sondern in einen regelmäßigen Takt überführt. Auch Windows 11 erscheint in Versionen mit begrenzter Laufzeit: Für die Home- und Pro-Editionen der Version 24H2 endet die Versorgung mit Updates am 13. Oktober 2026 – am selben Tag, an dem das erste ESU-Jahr für Windows 10 ausläuft. Unternehmen mit Pro-Lizenzen sollten deshalb prüfen, ob die jährlichen Funktionsupdates tatsächlich auf allen Geräten ankommen, und nicht nur, ob Windows 11 installiert ist.

Ein gestaffelter Migrationsplan ist fast immer günstiger als der Feuerwehreinsatz nach einem Sicherheitsvorfall. Wer die Umstellung ohnehin plant, sollte den Anlass nutzen, um Gerätestandards, Softwareverteilung und Verschlüsselung gleich mit zu vereinheitlichen. Dann wird der nächste Versionswechsel zu einer Routineaufgabe im Betrieb und nicht wieder zu einem eigenen Projekt.

Verwandte Themen: Wer hier weiterdenkt, liest bei Microsoft-Lebenszyklus, Exchange und Arbeitsplatz-Standardisierung weiter.

Quellen

  1. Windows 10 Home and Pro - Microsoft Lifecycle | Microsoft Learn · Microsoft
  2. Extended Security Updates (ESU) program for Windows 10 | Microsoft Learn · Microsoft

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