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Das Journal des DAVINCI RechenzentrumsMittwoch, 21. Oktober 2026262 Beiträge · 14 Ressorts

DAVINCI Journal

Software & Digitalisierung

Headless CMS: Wer pflegt die Inhalte nach dem Umstieg?

„Und wie ändere ich dann meine Texte?" Das ist die erste Frage, die kommt, wenn man einem Geschäftsführer vorschlägt, WordPress abzulösen. Sie ist berechtigt: Eine Website, die nur noch die IT ändern kann, ist im Alltag unbrauchbar.

Mitarbeiterin pflegt an einem aufgeräumten Arbeitsplatz Texte in einer Redaktionsoberfläche, daneben eine Tasse und ein Notizblock
Symbolbild, künstlich erzeugtStand der Angaben: Oktober 2026

„Und wie ändere ich dann meine Texte?" Das ist die erste Frage, die kommt, wenn man einem Geschäftsführer vorschlägt, WordPress abzulösen. Sie ist berechtigt: Eine Website, die nur noch die IT ändern kann, ist im Alltag unbrauchbar. Die Antwort heißt Headless CMS – ein Redaktionssystem, das von der Auslieferung der Seiten getrennt ist. Dieser Beitrag erklärt, was das bedeutet und worauf es bei der Auswahl ankommt.

Was „headless" heißt

WordPress macht zwei Dinge in einem Programm: Es verwaltet Ihre Inhalte, und es baut daraus die Seite zusammen, wenn ein Besucher kommt. Beides läuft auf demselben Server, beides ist öffentlich erreichbar.

Ein Headless CMS macht nur das Erste. Es verwaltet Inhalte und stellt sie bereit; was daraus wird, entscheidet etwas anderes. „Headless" – kopflos – meint genau das: Dem System fehlt der Teil, der die sichtbare Seite erzeugt.

Für eine statische Website ist das die passende Bauart. Sie bearbeiten einen Text im Redaktionssystem, speichern, und daraufhin werden die betroffenen Seiten neu erzeugt und als fertige Dateien abgelegt. Der Besucher bekommt eine Datei, keine Berechnung.

Was sich für die Redaktion ändert – und was nicht

Was gleich bleibt: Anmelden, Seite auswählen, Text ändern, Bild tauschen, speichern. Die tägliche Arbeit unterscheidet sich kaum. Gute Systeme zeigen auch eine Vorschau, bevor etwas veröffentlicht wird.

Was anders ist: Zwischen Speichern und Sichtbarwerden liegen ein paar Minuten, weil die Seiten neu erzeugt werden. Bei WordPress ist die Änderung sofort da, weil die Seite ohnehin bei jedem Aufruf neu entsteht.

Für eine Firmenwebsite ist das belanglos. Wer eine Nachrichtenseite mit minütlichen Meldungen betreibt, denkt anders darüber – das ist dann aber auch kein Fall für eine statische Website.

Was besser wird: Die Redaktion ist nicht Teil der öffentlichen Website. Es gibt keine Anmeldemaske unter Ihrer Domain, die jemand angreifen könnte. Das ist der eigentliche Gewinn, und am 21. Oktober 2026 wurde sichtbar, warum: Als die PHP-Lücke PHP2Shell bekannt wurde, war jede öffentlich erreichbare WordPress-Installation betroffen. Eine ausgelieferte HTML-Datei war es nicht.

Die drei Bauarten, die Ihnen begegnen

Das gehostete System

Sie melden sich bei einem Anbieter an und arbeiten in dessen Oberfläche. Schnell eingerichtet, keine eigene Wartung. Dafür liegen Ihre Inhalte bei einem Dritten, und Sie sind an dessen Preise und Fortbestand gebunden.

Zu klären: Wo stehen die Server? Wie kommen Sie an Ihre Inhalte heran, wenn Sie wechseln wollen? Was kostet es bei mehr Seiten oder mehr Redakteuren?

Das selbst betriebene System

Läuft auf eigener oder vom Dienstleister bereitgestellter Infrastruktur. Mehr Kontrolle, mehr Verantwortung – und der entscheidende Punkt: Es muss nicht öffentlich erreichbar sein. Ein Redaktionssystem, das nur über einen gesicherten Zugang zu erreichen ist, hat eine völlig andere Angriffsfläche als eines, dessen Anmeldemaske jeder im Netz findet.

So arbeitet auch Leonardos CMS, das wir bei Umstellungen mitliefern: ein vorgelagertes Zugangssystem, dahinter die eigentliche Anmeldung am Dashboard.

Die Pflege durch den Dienstleister

Für Websites, die sich wenige Male im Jahr ändern, eine ehrliche Option: Sie schicken den geänderten Text, jemand pflegt ihn ein. Kein System zu lernen, kein Zugang zu verwalten.

Der Nachteil liegt auf der Hand – Sie sind bei jeder Kleinigkeit auf jemanden angewiesen. Für eine Seite mit zwölf Unterseiten und zwei Änderungen im Jahr ist das trotzdem oft die vernünftigste Lösung.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Kommen Sie an Ihre Inhalte heran? Die wichtigste Frage, und die am seltensten gestellte. Lassen Sie sich zeigen, wie ein vollständiger Export aussieht. Ein System, aus dem Sie Ihre Texte nicht in brauchbarer Form herausbekommen, ist eine Falle.

Wie viele Personen sollen arbeiten können? Manche Anbieter rechnen pro Redakteur ab. Bei drei Leuten in der Verwaltung summiert sich das.

Gibt es eine Vorschau? Wer nicht sehen kann, wie die Seite aussehen wird, traut sich nicht zu ändern – und dann ändert niemand etwas.

Wer darf was? Sobald mehr als eine Person arbeitet, brauchen Sie Rollen: Wer darf schreiben, wer veröffentlichen.

Was passiert bei einem Fehler? Lässt sich eine Version zurückholen? Ein versehentlich gelöschter Absatz sollte kein Fall für die IT sein.

Wie der Umstieg für die Redaktion abläuft

Die technische Umstellung ist die eine Hälfte. Die andere ist, dass am Montag danach jemand einen Text ändern können muss.

Vor der Umschaltung bekommen die künftigen Redakteure einen Zugang zum neuen System und eine Seite, an der sie gefahrlos üben können. Wer vorher einmal gespeichert hat, hat am ersten Tag keine Hemmschwelle.

Die Einweisung dauert bei einer üblichen Firmenwebsite keine Stunde. Was besprochen gehört: anmelden, Seite finden, Text ändern, Bild tauschen, Vorschau ansehen, veröffentlichen, Version zurückholen. Mehr braucht es für den Alltag nicht.

In den ersten Wochen sollte jemand erreichbar sein, der bei Rückfragen hilft. Erfahrungsgemäß kommen zwei oder drei, dann läuft es.

Was häufig unterschätzt wird: Zuständigkeit. Wenn nicht festgelegt ist, wer Texte pflegt, pflegt sie niemand – das war bei WordPress nicht anders. Ein Name und eine Vertretung, schriftlich, ersparen das Gespräch ein Jahr später, warum auf der Seite noch die Öffnungszeiten von vorletztem Jahr stehen.

Wann sich der Aufwand nicht lohnt

Bei einer Website mit fünf Seiten, die seit drei Jahren unverändert ist, lohnt kein Redaktionssystem. Dann ist die Pflege durch den Dienstleister günstiger und einfacher.

Und wenn Ihre Website Funktionen braucht, die zur Laufzeit arbeiten – Kundenbereich, Terminbuchung, Shop –, ist die ganze Überlegung hinfällig. Dort führt kein Weg an einem System vorbei, das bei jedem Aufruf etwas tut. Was dann gilt, steht in Was eine statische Website kann – und was nicht.

Checkliste: erste Schritte

  • Zählen, wie oft die Website im letzten Jahr tatsächlich geändert wurde
  • Festlegen, wer künftig Inhalte pflegen soll und wie viele Personen das sind
  • Prüfen, ob die Seite Funktionen hat, die zur Laufzeit arbeiten
  • Beim Anbieter einen vollständigen Export zeigen lassen
  • Klären, ob das System öffentlich erreichbar sein muss oder hinter einem Zugang liegen kann
  • Vorschau und Versionsverlauf prüfen
  • Rollen festlegen, wenn mehrere Personen arbeiten
  • Bei seltenen Änderungen die Pflege durch den Dienstleister gegenrechnen

Wie DAVINCI unterstützt

Bei einer Umstellung auf eine statische Website richten wir die Redaktion mit ein und weisen Ihre Mitarbeiter darin ein. Welches Vorgehen zu Ihnen passt – eigenes System oder Pflege durch uns –, klären wir vorher anhand der Frage, wie oft sich Ihre Inhalte tatsächlich ändern. Sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.

Häufige Fragen

Ist ein Headless CMS komplizierter als WordPress?

Für die tägliche Arbeit nicht. Die Oberflächen sind meist aufgeräumter, weil sie nur Inhalte verwalten und nicht gleichzeitig Design und Erweiterungen. Komplizierter ist die Einrichtung – die macht aber nicht die Redaktion.

Wie lange dauert es, bis eine Änderung online ist?

In der Regel wenige Minuten. Das System erzeugt nur die betroffenen Seiten neu, nicht die ganze Website.

Können wir Bilder selbst hochladen?

Ja, das gehört zum Grundumfang. Achten Sie darauf, dass das System Bilder automatisch in passende Größen bringt – sonst landen Aufnahmen direkt aus der Kamera auf der Seite und bremsen sie aus.

Was passiert, wenn der Anbieter des Systems aufhört?

Deshalb die Frage nach dem Export. Mit einem vollständigen Export sind Ihre Inhalte übertragbar, der Aufwand beschränkt sich auf das Einlesen woanders. Ohne Export gehört die Arbeit von Jahren faktisch dem Anbieter.

Brauchen wir dafür eigene IT-Kenntnisse?

Für die Redaktion nein. Für Einrichtung und Betrieb ja – das übernimmt entweder Ihre IT oder ein Dienstleister.

Verwandte Themen: Wer hier weiterdenkt, liest bei WordPress-Alternative, TYPO3 ablösen und statische Website weiter.

Im Text erwähnt

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