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Das Journal des DAVINCI RechenzentrumsMittwoch, 21. Oktober 2026262 Beiträge · 14 Ressorts

DAVINCI Journal

KI & Automatisierung

Teams Transkription: Datenschutz bei KI-Meeting-Protokollen

Nach der Projektbesprechung liegt im Teams-Chat eine saubere Zusammenfassung mit Aufgaben und Verantwortlichen, und niemand musste mitschreiben.

Konferenzmikrofon steht in der Mitte eines Besprechungstisches, daneben Notizblöcke der Teilnehmer
Symbolbild, künstlich erzeugtStand der Angaben: Oktober 2026

Nach der Projektbesprechung liegt im Teams-Chat eine saubere Zusammenfassung mit Aufgaben und Verantwortlichen, und niemand musste mitschreiben. Möglich machen das die Teams Transkription, Copilot oder ein Notiz-Bot: Ein Werkzeug hat jedes gesprochene Wort erfasst, einschließlich der Bemerkung über den schwierigen Kunden und des Kollegen, der eigentlich nur kurz zuhören wollte. KI-Protokolle sparen Zeit, werfen aber Fragen zu Datenschutz, Arbeitsrecht und unter Umständen Strafrecht auf. Dieser Beitrag ordnet die wichtigsten Punkte für Geschäftsführung, IT und Personalabteilung ein.

Was eine Transkription in Teams ist und welche Werkzeuge es gibt

Bei der Transkription in Microsoft Teams wandelt die Plattform das Gesprochene während der Besprechung in Text um und ordnet die Beiträge den einzelnen Sprechern zu. Das Transkript liegt nach dem Meeting zusammen mit der Besprechung in Ihrem Microsoft-365-Mandanten und kann gelesen, durchsucht und in der Regel auch heruntergeladen werden. Copilot setzt darauf auf und erzeugt aus dem Transkript Zusammenfassungen, Aufgabenlisten und Antworten auf Rückfragen. Grob lassen sich drei Gruppen von Werkzeugen unterscheiden:

  • In die Plattform eingebaute KI: Microsoft 365 Copilot in Teams, die KI-Zusammenfassung in Teams Premium, Zoom AI Companion und vergleichbare Funktionen anderer Anbieter. Sie laufen innerhalb Ihres bestehenden Vertrags mit dem Plattformanbieter.
  • Externe Notiz-Bots: Dienste, die als zusätzlicher Teilnehmer ins Meeting eintreten, mitschneiden und das KI-Meeting-Protokoll auf eigenen Servern erzeugen. Häufig werden sie von einzelnen Mitarbeitern mit ihrem Kalender verbunden, ohne dass die IT davon weiß.
  • Lokale Aufnahme-Apps und Diktiergeräte mit KI-Auswertung, die einen Raum oder ein Telefonat aufnehmen.

Rechtlich ist allen gemeinsam: Gesprochenes wird erfasst, in Text umgewandelt und ausgewertet. Unterschiede bestehen bei Speicherort, Vertragsgrundlage und Kontrolle.

Was rechtlich zu beachten ist

Die folgenden Punkte geben einen Überblick, keine Rechtsberatung. Gerade bei Transkription ist die Rechtslage nicht in allen Details geklärt. Beziehen Sie im Einzelfall Ihren Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls einen Anwalt ein.

Vertraulichkeit des Wortes

§ 201 des Strafgesetzbuchs stellt es unter Strafe, das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen unbefugt aufzunehmen. Eine interne Besprechung ist in aller Regel nichtöffentlich. Ob eine reine Transkription ohne gespeicherte Tonaufnahme darunter fällt, wird unterschiedlich bewertet. Viele Werkzeuge puffern den Ton zumindest kurzzeitig, und mehrere Fachbeiträge halten es deshalb für riskant, sich darauf zu verlassen, dass „nur Text“ entsteht. Die praktische Folgerung ist eindeutig: Teilnehmer müssen vor Beginn wissen, dass protokolliert wird, und die Möglichkeit haben, dem zu widersprechen oder das Meeting zu verlassen.

Teams Transkription und Datenschutz: Rechtsgrundlage und Information

Ein Transkript enthält personenbezogene Daten: wer was wann gesagt hat. Sie brauchen eine Rechtsgrundlage nach der DSGVO. Die Einwilligung ist im Arbeitsverhältnis schwierig, weil ihre Freiwilligkeit fraglich sein kann. Für sachliche interne Besprechungen wird häufig das berechtigte Interesse herangezogen, wenn der Zweck klar begrenzt ist, Teilnehmer vorab informiert werden und widersprechen können. Für Personalgespräche, Bewerbungsgespräche, Gespräche mit dem Betriebsrat oder Inhalte zu Gesundheit gilt das in der Regel nicht. Dort sollte grundsätzlich nicht automatisch protokolliert werden.

Die Informationspflichten verlangen, dass Teilnehmer Zweck, Speicherdauer und Empfänger kennen. Ein Satz in der Datenschutzinformation für Beschäftigte und ein Hinweis in der Einladung sind das Minimum. Mehr zum Rahmen lesen Sie in unserem Beitrag zum Beschäftigtendatenschutz.

Betriebsrat

Ein Werkzeug, das sichtbar macht, wer in welchem Meeting was gesagt hat, ist objektiv geeignet, Verhalten oder Leistung zu überwachen. Damit greift regelmäßig das Mitbestimmungsrecht nach § 87 Abs. 1 Nr. 6 Betriebsverfassungsgesetz. In der Praxis haben sich Betriebsvereinbarungen bewährt, die Vorabinformation, Widerspruchsrecht, Speicherdauer und ein Verbot der Leistungsauswertung regeln. Führen Sie die Funktion nicht ein, bevor diese Frage geklärt ist.

Speicherdauer

Transkripte, Aufzeichnungen und KI-Zusammenfassungen sind unterschiedliche Datenobjekte mit teils unterschiedlichen Speicherorten und Fristen. In Microsoft Teams laufen neue Besprechungsaufzeichnungen in kommerziellen Mandanten standardmäßig nach 120 Tagen ab, Administratoren können das anpassen. Für Transkripte und Copilot-Interaktionen gelten unter Umständen Aufbewahrungsrichtlinien aus Microsoft Purview. Legen Sie fest, wie lange was aufbewahrt wird, und prüfen Sie, ob die technischen Einstellungen das tatsächlich umsetzen. Grundsätze dazu finden Sie in unserem Beitrag zum Löschkonzept.

Externe Teilnehmer

Kunden, Lieferanten und Bewerber sind nicht an Ihre Betriebsvereinbarung gebunden und kennen Ihre Datenschutzinformation nicht. Informieren Sie sie vorab ausdrücklich, idealerweise schon in der Einladung, und schalten Sie die Protokollierung ab, wenn jemand widerspricht. Bei Berufsgeheimnisträgern wie Kanzleien und Praxen ist besondere Zurückhaltung geboten.

Teams Transkription: was Microsoft technisch anbietet

Teams bietet einige Einstellungen, die die organisatorischen Regeln unterstützen:

  • Start und automatischer Start: Ob Transkription und Aufzeichnung von Hand gestartet werden oder bei bestimmten Besprechungen automatisch anlaufen, steuern Administratoren über Besprechungsrichtlinien und Organisatoren über die Besprechungsoptionen. Wer die Funktion nicht findet oder ausgegraut sieht, ist meist durch eine solche Richtlinie oder die Lizenz eingeschränkt. Das ist dann gewollt, keine Störung.
  • Copilot ohne gespeichertes Transkript: Administratoren können Copilot so einstellen, dass er nur während des Meetings mit temporären Sprachdaten arbeitet, die nach dem Ende nicht gespeichert werden. Laut Microsoft können Copilot-Eingaben und -Antworten je nach Purview-Aufbewahrungsrichtlinie dennoch aufbewahrt werden.
  • Zustimmung der Teilnehmer: Eine Besprechungsrichtlinie kann verlangen, dass Teilnehmer der Aufzeichnung und Transkription ausdrücklich zustimmen (im englischen Admin Center „Require participant agreement for recording and transcription“). Wer nicht zustimmt, kann nur zuhören und zusehen, aber nicht sprechen, die Kamera einschalten oder Inhalte teilen. Die Einstellung ist standardmäßig aus.
  • Organisatoroptionen: Organisatoren können Copilot, Aufzeichnung und Transkription für einzelne Besprechungen abschalten.

Die genauen Funktionen hängen von Lizenzen ab und ändern sich häufig. Prüfen Sie den aktuellen Stand in Ihrem Mandanten. Eine Grundkonfiguration des gesamten Tenants beschreibt unser Beitrag Microsoft 365 sicher konfigurieren.

Fremde Notiz-Bots im eigenen Meeting

Immer häufiger tritt in Besprechungen ein Teilnehmer namens „Notetaker“ oder ähnlich auf, mitgebracht von einem externen Gast. Damit gelangt Ihr Gesprächsinhalt auf die Server eines Anbieters, mit dem Sie keinen Vertrag haben. Empfehlungen:

  • Als Organisator dürfen Sie fremde Bots ablehnen oder entfernen. Sagen Sie das freundlich, aber klar.
  • Setzen Sie in Teams den Wartebereich so, dass externe Teilnehmer und unbekannte Konten nicht automatisch eintreten.
  • Regeln Sie intern, dass Mitarbeiter keine eigenen Notiz-Bots mit ihrem Firmenkalender verbinden. Das ist ein typischer Fall von Schatten-KI.
  • Prüfen Sie in Entra ID, welchen Anwendungen Benutzer Zugriff auf Kalender und Postfach erteilt haben, und schränken Sie die Benutzerzustimmung für Drittanwendungen ein.

Praktische Regeln für den Alltag

  • Protokollierung ist eine bewusste Entscheidung des Organisators, kein Automatismus.
  • In der Einladung steht, ob und womit protokolliert wird.
  • Zu Beginn wird mündlich darauf hingewiesen, Widerspruch wird respektiert.
  • Personal-, Bewerbungs-, Betriebsrats- und Gesundheitsthemen werden nicht automatisch protokolliert.
  • Das KI-Protokoll wird vor dem Versand von einem Teilnehmer geprüft. Sprachmodelle verwechseln Sprecher und erfinden mitunter Beschlüsse.
  • Transkripte werden nach festgelegter Frist gelöscht.

Checkliste: Erste Schritte

  • Bestandsaufnahme: Welche Protokollierungsfunktionen und Bots werden heute schon genutzt?
  • Zweck und Einsatzbereiche festlegen, Ausschlüsse definieren.
  • Datenschutzbeauftragten einbinden, Rechtsgrundlage und Informationstexte klären.
  • Mit dem Betriebsrat eine Regelung treffen, bevor die Funktion breit eingeführt wird.
  • Teams-Richtlinien für Copilot, Transkription, Zustimmung und Ablauffristen einstellen.
  • Drittanbieter-Bots und Benutzerzustimmung für Apps in Entra ID einschränken.
  • Mitarbeiter mit einer kurzen Regel für den Meeting-Alltag schulen.

Wie DAVINCI unterstützt

Wir richten Teams und Copilot so ein, dass Transkription, Zustimmung und Aufbewahrung zu Ihren Regeln passen, und schränken unerwünschte Drittanbieter-Bots ein. Bei der rechtlichen und organisatorischen Einordnung unterstützt unser Bereich KI-Datenschutz und Compliance. Sprechen Sie uns über die Kontaktseite an.

Häufige Fragen

Ist die Teams Transkription datenschutzkonform?

Das hängt weniger von der Technik ab als davon, wie Sie sie einsetzen. In der Regel ist sie vertretbar, wenn eine Rechtsgrundlage besteht, Teilnehmer vorab informiert werden und widersprechen können, der Betriebsrat eingebunden ist und Speicherdauer sowie Zugriff geregelt sind. Für Personal-, Bewerbungs- und Gesundheitsthemen sollte sie ausbleiben. Die Bewertung im Einzelfall gehört zu Ihrem Datenschutzbeauftragten.

Wo speichert Teams die Transkription?

Transkripte, Aufzeichnungen und Copilot-Zusammenfassungen sind getrennte Datenobjekte und liegen an unterschiedlichen Orten innerhalb Ihres Microsoft-365-Mandanten; welche das sind, hängt von Konfiguration und Lizenz ab. Wichtiger als der genaue Ablageort ist, wer darauf zugreifen kann und wann gelöscht wird. Prüfen Sie beides im Admin Center und in Purview, statt sich auf Standardwerte zu verlassen.

Reicht der automatische Hinweis „Transkription gestartet“?

Er ist hilfreich, kommt aber erst, wenn die Transkription schon läuft. Teilnehmer sollten vorher informiert sein, etwa über die Einladung. Für externe Gäste ist ein zusätzlicher mündlicher Hinweis zu Beginn sinnvoll.

Darf ein Mitarbeiter ein Kundentelefonat mit einer KI-App aufnehmen?

Ohne Wissen des Gesprächspartners ist davon dringend abzuraten, weil das schnell den Bereich des § 201 StGB berührt. Regeln Sie verbindlich, welche Werkzeuge erlaubt sind und dass der Gesprächspartner vorher zustimmen muss.

Sind KI-Zusammenfassungen ein offizielles Protokoll?

Nur wenn ein Mensch sie geprüft und freigegeben hat. Sprachmodelle können Aussagen falsch zuordnen oder Beschlüsse formulieren, die so nicht gefallen sind. Für verbindliche Protokolle gilt deshalb immer eine menschliche Freigabe.

Verwandte Themen: Wer hier weiterdenkt, liest bei Microsoft 365 Copilot, Konferenzraum Ausstattung und Videoüberwachung weiter.

Im Text erwähnt

Quellen

  1. Microsoft Learn: Manage Microsoft 365 Copilot in Teams meetings and events
  2. Microsoft Learn: Participant agreement for recording and transcription
  3. Strafgesetzbuch, § 201 Verletzung der Vertraulichkeit des Wortesamtlich
  4. Practical 365: Managing the lifecycle of Teams meeting recordings
  5. SKW Schwarz: Transcription of video conferences

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