Wer entschieden hat, dass die Server nicht länger im Büro stehen sollen, steht vor einer zweiten Entscheidung, die schwerer ist als die erste. Es gibt drei Wege ins Rechenzentrum, und die Anbieter nennen sie mit Begriffen, die klingen, als wären sie austauschbar: Housing, Colocation, Hosting, Managed Server, IaaS, Private Cloud. Dahinter stehen drei Modelle, und der Unterschied liegt in einer Frage: Wem gehört die Hardware, und wer pflegt sie?
Dieser Beitrag sortiert die drei anhand dessen, was unser Partner TERRA CLOUD im Katalog 2026/2027 dazu beschreibt – als Herstellerangabe –, und endet mit vier Fragen, die in unseren Gesprächen die Entscheidung in einer Stunde klären. Preise stehen hier keine; die hängen an Ihrer Umgebung, und wir nennen sie im Angebot.
Housing: Ihre Hardware, fremder Standort
Beim Housing bleibt die Hardware Ihre. Sie steht in einem Rack des Rechenzentrums, ab einer Höheneinheit bis zum ganzen Schrank, und bekommt dort das, was ein Büro nicht bietet: nach Herstellerangabe redundante Stromversorgung mit 4×16 Ampere und bis zu 4 Kilowatt je Rack (optional 8), Klimatisierung, Zutrittskontrolle mit zweifacher Authentifizierung, Brandschutz, Notstrom für eine Woche, 1-GBit-Anbindung mit Traffic inklusive. Das Service-Level: 99,98 Prozent Verfügbarkeit für Strom und Klima. Abgerechnet wird ein fester Monatspreis je Höheneinheit oder Rack plus Strom nach Verbrauch.
Housing passt, wenn die Hardware neu ist oder nicht abgeschrieben, wenn Lizenzen an sie gebunden sind – manche Branchensoftware ist das –, oder wenn ein Hersteller seine Anwendung nur auf bestimmten Systemen unterstützt. Es passt nicht, wenn die Hardware in zwei Jahren ohnehin ersetzt würde: Dann zahlt man Stellplatz für ein Gerät, das bald weg ist, und danach noch einmal für das neue. Und es bleibt Ihre Verantwortung, dass ein defektes Netzteil ersetzt wird – die Nähe zum Rack ist in Hüllhorst für ein Mannheimer Haus eine Fahrt von vier Stunden.
Hosting: dedizierter Server zur Miete
Beim Hosting gehört der Server dem Rechenzentrum und ist exklusiv Ihrer. Nach Herstellerangabe bietet TERRA CLOUD das als dedizierte Hosting-Server an, in Stufen von einem Prozessor und 64 Gigabyte Arbeitsspeicher bis zu zwei Prozessoren und einem Terabyte, mit Windows-Server-Lizenz über SPLA inklusive; der Hyper-V-Cluster-Hoster ist die Variante mit vollem Zugriff auf einen eigenen Cluster. Das Service-Level: 99,90 Prozent Verfügbarkeit des Servers. Hardwarepflege übernimmt der Betreiber – das defekte Netzteil ist nicht mehr Ihre Fahrt.
Hosting passt, wenn Sie eine eigene Umgebung wollen – niemand sonst auf derselben Hardware –, aber keinen Hardwarebesitz. Typisch für Häuser mit einer großen Datenbankanwendung, die berechenbare Leistung braucht, oder mit Anforderungen von Kunden, die dedizierte Systeme verlangen. Der Preis ist ein fester Monatsbetrag je Server; die Grenze ist die Größe des Servers, denn mehr Leistung heißt hier: ein größerer Server, nicht ein Regler.
IaaS: virtuelle Maschinen nach Bedarf
Bei IaaS mieten Sie keine Hardware, sondern Rechenleistung, Arbeitsspeicher und Speicher als virtuelle Maschinen in einem Hyper-V-Cluster. Nach Herstellerangabe: 1 bis 16 virtuelle Kerne und 2 bis 256 Gigabyte je VM im Standard-Cluster, drei Speicherklassen von Archiv bis NVMe mit 65.000 IOPS, privates Netz mit Firewall je Paket, 99,95 Prozent VM-Verfügbarkeit, Windows über SPLA inklusive. Die Abrechnung folgt der Konfiguration – wer wächst, bucht mehr; wer schrumpft, weniger.
IaaS passt für die meisten mittelständischen Häuser, die heute einen oder zwei physische Server betreiben: Terminalserver, Dateiserver, ERP, Fachanwendung werden virtuelle Maschinen, die Hardware darunter ist nicht mehr Ihr Thema, und der Ausfall eines Hosts ist ein Neustart der VM auf einem anderen – nicht ein Hardwarenotfall. Es passt nicht, wenn eine Anwendung physische Hardware verlangt, oder wenn die Leistung einer einzelnen VM über die Paketgrenzen hinaus muss – dann wird es Managed IaaS mit dediziertem Cluster, das der Katalog ebenfalls beschreibt.
Die drei nebeneinander
- Hardware gehört: Housing – Ihnen. Hosting – dem Rechenzentrum, exklusiv. IaaS – dem Rechenzentrum, geteilt in einem Cluster.
- Hardwarepflege: Housing – Sie oder wir nach Absprache, mit Anfahrt. Hosting und IaaS – der Betreiber.
- Service-Level nach Herstellerangabe: Housing 99,98 % Strom und Klima; Hosting 99,90 % Server; IaaS 99,95 % VM.
- Lizenzen: Housing – Ihre vorhandenen oder SPLA bei eigener Vertragspartnerschaft. Hosting und IaaS – Windows über SPLA inklusive.
- Abrechnung: Housing – fester Preis je Höheneinheit plus Strom. Hosting – fester Preis je Server. IaaS – nach vCores, RAM, Speicher.
Vier Fragen für die Entscheidung
Erstens: Wie alt ist die Hardware, und wann wäre sie ohnehin fällig? Unter zwei Jahren spricht für Housing, über drei für Miete. Zweitens: Gibt es Lizenzen oder Herstellervorgaben, die an physische Hardware gebunden sind? Wenn ja, Housing oder Hosting; wenn nein, IaaS. Drittens: Braucht eine Anwendung mehr, als eine virtuelle Maschine im Standard-Cluster bietet – mehr als 16 Kerne, mehr als 256 Gigabyte? Dann Hosting oder Managed IaaS. Viertens: Wie oft ändert sich der Bedarf? Saisongeschäft, Projekte, Wachstum sprechen für IaaS, denn dort ist Leistung ein Regler, kein Beschaffungsvorgang.
Die meisten Häuser landen bei IaaS, manche bei einer Mischung: die Fachanwendung mit Hardwarebindung im Housing, der Rest virtuell. Das Rechenzentrum ist dasselbe, das Netz ist dasselbe, und die Sicherung läuft für alle drei in dasselbe Cloud-Backup mit Zweitspeicher. Was sich unterscheidet, ist nur die Antwort auf die eine Frage vom Anfang – und die lässt sich in einer Stunde beantworten, wenn man die vier Fragen davor gestellt hat.
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Quellen
- TERRA CLOUD 2026/2027 – Katalog (Rechenzentrum, Service-Level, Backup, IaaS, Housing, S3, SPLA, CSP) · WORTMANN AG / TERRA CLOUD GmbH, Hüllhorst (Art.-Nr. 9999928)






