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Das Journal des DAVINCI RechenzentrumsSonntag, 11. Oktober 2026192 Beiträge · 14 Ressorts

DAVINCI Journal

Cloud & Infrastruktur

Cloud oder eigener Server? Warum nicht alles in die Cloud gehört

Hybrid ja, Cloud-only nicht pauschal. Teil 8 der Serie: die Frage, die über Cloud oder eigenen Server entscheidet – was passiert, wenn ein System eine Woche nicht verfügbar ist.

Serie · Berichte aus dem Projektalltag · Teil 8 von 10 · Alle Teile

Gespräch im Rechenzentrum
Symbolbild, künstlich erzeugtStand der Angaben: Oktober 2026

Worum es in diesem Teil geht: warum wir einen hybriden Aufbau empfehlen, aber nicht pauschal alles in die Cloud verlagern – und welche Frage über Cloud oder eigenen Server entscheidet.

  • Haltung: hybrid ja, Cloud-only nicht pauschal
  • Entscheidende Frage: Was passiert, wenn das System eine Woche nicht verfügbar ist?

Die Frage, die selten gestellt wird

Die Debatte Cloud oder eigener Server wird meist über Kosten und Bequemlichkeit geführt. Die wichtigere Frage stellt sich erst im Ernstfall: Was passiert, wenn ein System durch einen Ausfall oder einen Angriff eine Woche lang nicht verfügbar ist? Und welche Daten müssen dann trotzdem im Haus sein?

Ein Beispiel macht es greifbar. Ein Unternehmen ist auf kritische Finanzdaten angewiesen, und es ist mitten in einer Abrechnungsphase. Ist das System in diesem Moment eine Woche lang nicht erreichbar, entscheidet nicht der Vertrag mit dem Anbieter über den Schaden, sondern ob die Daten im Unternehmen vorhanden sind – oder ob eine Sicherung jederzeit den nächstmöglichen Stand liefert.

Warum hybrid

Nicht jede Anlage und nicht jeder Teil lässt sich sinnvoll in der Cloud oder hybrid betreiben. Komplett in die Cloud zu gehen, empfehlen wir deshalb nicht durchgehend. Für die Beratung haben wir einen hybriden Aufbau gewählt: Microsoft 365 aus der Cloud, wo es passt, eigene Systeme vor Ort, wo Daten im Haus sein müssen, und eine laufende Spiegelung ins Rechenzentrum, damit beides gegen einen Ausfall geschützt ist.

Die Cloud schafft die Abhängigkeit vom Internet nicht ab

Wer alles in die Cloud verlagert, verschiebt den Serverraum – aber er verschärft die Abhängigkeit von der Leitung. Wie das aussieht, hat eine Steuerkanzlei erlebt, die ihre Kanzleisoftware vollständig aus der Cloud bezog: Als die Hauptleitung gestört war, konnte sie drei Wochen lang kaum arbeiten, obwohl in der Cloud alles lief. Cloud braucht eine belastbare, redundante Anbindung.

Woran man die Entscheidung festmacht

  • Wie lange darf das System ausfallen, bevor es teuer wird?
  • Welche Daten müssen im Ernstfall im Haus sein?
  • Wie gut ist die Internetanbindung – und gibt es eine zweite?
  • Wer kommt an die Daten, wenn der Anbieter nicht erreichbar ist?
  • Was kostet der Ausstieg, falls man zurück will?

Die Antworten fallen für verschiedene Systeme verschieden aus. Deshalb ist die Entscheidung selten Cloud oder Server, sondern fast immer: was wohin.

Was das für Ihr Unternehmen bedeutet

Entscheiden Sie nicht für die ganze IT auf einmal, sondern je System. Fragen Sie für jedes, was eine Woche Ausfall kosten würde – und ob die Daten dann im Haus oder in einer Sicherung greifbar sind. Wo die Antwort unbequem ist, gehört das System nicht ausschließlich in die Cloud.

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