Windows Server 2025 ist seit November 2024 verfügbar, und spätestens seit Windows Server 2022 Mitte Oktober 2026 in den erweiterten Support gewechselt ist, steht die Frage in vielen Unternehmen auf der Tagesordnung: jetzt umsteigen oder abwarten? Dieser Beitrag ordnet für Geschäftsführer und IT-Verantwortliche ein, welche Neuerungen im Mittelstand wirklich zählen, wie lange welche Version unterstützt wird und welche Wege von älteren Versionen zur neuen Version führen.
Support-Ende von Windows Server 2016 bis 2025: wo Sie heute stehen
Microsoft unterscheidet zwei Phasen. Im Mainstream-Support gibt es neue Funktionen und Fehlerkorrekturen, im erweiterten Support nur noch Sicherheitsupdates. Nach dem Ende des erweiterten Supports gibt es gar keine Updates mehr. Die Termine laut Microsoft Lifecycle:
| Version | Ende Mainstream-Support | Ende erweiterter Support |
|---|---|---|
| Windows Server 2016 | Januar 2022 | Januar 2027 |
| Windows Server 2019 | Januar 2024 | Januar 2029 |
| Windows Server 2022 | Oktober 2026 | Oktober 2031 |
| Windows Server 2025 | November 2029 | November 2034 |
Die Konsequenz ist klar: Für Windows Server 2016 bleiben nur noch wenige Monate. Wer dort noch produktive Systeme betreibt, sollte die Ablösung jetzt einplanen. Windows Server 2019 und 2022 sind sicherheitstechnisch noch versorgt, erhalten aber keine Weiterentwicklung mehr. Details zu den Auswirkungen beim Wechsel in den erweiterten Support finden Sie im Beitrag zum Mainstream-Support-Ende von Windows Server 2022, einen allgemeinen Überblick unter Windows Server Supportende.
Neuerungen in Windows Server 2025, die im Mittelstand zählen
Microsoft listet zahlreiche Neuerungen gegenüber Windows Server 2022. Für typische mittelständische Umgebungen sind vor allem diese relevant.
Hotpatching über Azure Arc
Hotpatching bedeutet, dass Sicherheitsupdates im laufenden Betrieb eingespielt werden, ohne Neustart. Für Server außerhalb von Azure setzt das voraus, dass sie über Azure Arc mit Microsoft verbunden sind. Unterstützt werden laut Microsoft Learn die Editionen Standard und Datacenter.
Neustarts entfallen aber nicht ganz. Microsoft arbeitet mit einem Quartalsrhythmus: Ein „Baseline“-Update erfordert einen Neustart, in den folgenden beiden Monaten kommen Hotpatches ohne Neustart. Treiber, Firmware, .NET und nicht sicherheitsrelevante Updates brauchen weiterhin Neustarts.
Zur Kostenfrage: Beim Start im Juli 2025 hatte Microsoft das Hotpatching für Arc-verbundene Server als Abonnement mit 1,50 US-Dollar pro Kern und Monat angeboten. Inzwischen weist Microsoft Learn darauf hin, dass Hotpatching über Azure Arc für Windows Server 2025 ohne Zusatzkosten verfügbar ist. Die Anbindung an Azure Arc selbst bleibt Voraussetzung und will gut überlegt sein, denn damit entsteht eine Verbindung Ihrer Server zur Microsoft-Cloud.
Active Directory
Für das Active Directory bringt die neue Version eine neue Funktionsebene sowie mehrere Sicherheitsverbesserungen. LDAP-Verbindungen unterstützen TLS 1.3, bei neuen Umgebungen ist LDAP-Signierung standardmäßig vorgeschrieben, und vertrauliche Attribute lassen sich nur noch über verschlüsselte Verbindungen ändern. Neu ist außerdem ein Kontotyp namens „delegated Managed Service Account“ (dMSA), mit dem sich klassische Dienstkonten mit festen Passwörtern ablösen lassen. Optional lässt sich die AD-Datenbank auf eine größere Seitengröße von 32 KB umstellen. Das ist allerdings eine gesamtstrukturweite Entscheidung, die voraussetzt, dass alle Domänencontroller damit umgehen können.
SMB über QUIC in allen Editionen
SMB ist das Protokoll für Dateifreigaben. SMB über QUIC ermöglicht den verschlüsselten Zugriff auf Freigaben über das Internet, ohne klassisches VPN. Bisher war das der Azure Edition vorbehalten, jetzt gibt es die Funktion auch in Standard und Datacenter. Für Außendienst und Homeoffice kann das interessant sein, ersetzt aber kein durchdachtes Konzept für den Fernzugriff.
Strengere Standards bei SMB
Ausgehende SMB-Verbindungen verlangen standardmäßig eine Signierung. Das erhöht die Sicherheit, kann aber ältere Geräte wie NAS-Systeme oder Multifunktionsdrucker mit Scan-to-Folder-Funktion aussperren, wenn diese keine Signierung beherrschen. Testen Sie solche Geräte vor dem Umstieg.
Leistung bei NVMe-Speicher
Microsoft hat den Speicherstapel für NVMe-SSDs überarbeitet und verspricht mehr Ein- und Ausgabeoperationen bei geringerer CPU-Last. Die neue Implementierung muss nach Microsoft-Angaben über ein kumulatives Update und eine Einstellung aktiv eingeschaltet werden. Wie groß der Gewinn in Ihrer Umgebung ausfällt, hängt von Hardware, Treibern und Last ab.
Weitere Punkte
Credential Guard, ein Schutz für Anmeldeinformationen, ist auf geeigneter Hardware standardmäßig aktiviert. Hyper-V unterstützt die Aufteilung einer Grafikkarte auf mehrere VMs (GPU-Partitionierung), was für KI- oder CAD-Workloads relevant sein kann.
Windows Server 2025 Lizenz: pro Kern, plus CALs
An der Grundlogik hat sich nichts geändert. Standard und Datacenter werden pro physischem Prozessorkern lizenziert. Je Prozessor sind mindestens acht und je Server mindestens 16 Kernlizenzen erforderlich, auch wenn der Server weniger Kerne hat. Standard erlaubt zwei virtuelle Instanzen pro vollständig lizenziertem Server, Datacenter unbegrenzt viele. Für Benutzer oder Geräte, die auf den Server zugreifen, brauchen Sie Zugriffslizenzen (CALs). Für Remotedesktop-Dienste kommen eigene RDS-CALs hinzu.
Neu sind zwei Optionen: Lizenzierung pro virtueller Maschine (mit Software Assurance oder Abonnement) und eine nutzungsabhängige Abrechnung über Azure Arc. Welche Edition für Sie passt, erklärt der Beitrag Windows Server Standard oder Datacenter. Verbindlich sind immer die aktuellen Microsoft-Produktbestimmungen und Ihr Lizenzvertrag.
Umstiegswege von 2016, 2019 und 2022
Laut Microsoft ist ein direktes In-Place-Upgrade auf Windows Server 2025 von Windows Server 2012 R2, 2016, 2019 und 2022 möglich, bis zu vier Versionen auf einmal. Für Windows Server 2019 und 2022 bietet Microsoft das Upgrade zusätzlich über Windows Update an, nach aktiver Freischaltung durch einen Administrator.
Technisch möglich heißt nicht automatisch empfehlenswert. In der Praxis haben sich drei Wege bewährt:
- In-Place-Upgrade: Schnell und für einfache Server geeignet, etwa reine Dateiserver auf aktueller Hardware. Nicht alle Rollen unterstützen das Upgrade, und Altlasten wandern mit.
- Neuinstallation und Migration: Ein neuer Server wird aufgesetzt, Rollen und Daten werden schrittweise übertragen. Aufwendiger, aber sauberer, und der Standard für neue Hardware.
- Domänencontroller: Hier ist es üblich, neue Domänencontroller mit der neuen Version hinzuzufügen, die Rollen zu übertragen und die alten Controller danach herabzustufen, statt sie direkt zu aktualisieren.
Wie Sie eine Migration Schritt für Schritt planen, lesen Sie im Beitrag zur Servermigration.
Anwendungsverträglichkeit prüfen
Der häufigste Grund für Verzögerungen ist nicht Windows selbst, sondern die Fachanwendung. Prüfen Sie vor der Entscheidung:
- Hat der Hersteller Ihrer Warenwirtschaft, Branchensoftware oder Datenbank die neue Version offiziell freigegeben?
- Funktionieren Backup-Software, Virenschutz und Überwachungsagenten mit der neuen Version?
- Kommen ältere Geräte und Anwendungen mit SMB-Signierung, LDAP-Signierung und den geänderten Kerberos-Vorgaben zurecht?
- Gibt es Abhängigkeiten von veralteten Protokollen wie NTLM oder SMB1?
Eine Testumgebung mit einer Kopie der wichtigsten Systeme beantwortet diese Fragen zuverlässiger als jede Herstellerliste.
Lohnt der Umstieg auf Windows Server 2025?
Für Server mit Windows Server 2016 lautet die Antwort eindeutig ja, und zwar zeitnah. Bei Windows Server 2019 ist bis Januar 2029 Zeit, eine Planung im nächsten Hardwarezyklus ist sinnvoll. Bei Windows Server 2022 gibt es keinen akuten Druck, solange Sicherheitsupdates kommen. Wer ohnehin neue Hardware anschafft, sollte aber direkt auf die aktuelle Version gehen, denn die längere Laufzeit bis 2034 spart eine weitere Migration.
Checkliste / Erste Schritte
- Alle Server mit Version, Rollen und Hardwarealter erfassen.
- Server mit Windows Server 2016 priorisieren.
- Freigaben der Softwarehersteller für die neue Version einholen.
- Ältere Geräte auf SMB- und LDAP-Signierung testen.
- Lizenzbedarf nach Kernen, Edition und CALs berechnen.
- Pro Server entscheiden: In-Place-Upgrade oder Neuinstallation.
- Entscheiden, ob Azure Arc und Hotpatching eingesetzt werden sollen.
- Vor jeder Umstellung eine geprüfte Datensicherung anlegen.
Wie DAVINCI unterstützt
Wir planen mit Ihnen den Umstieg auf Windows Server 2025, prüfen Anwendungen und Lizenzen und setzen die Migration in abgestimmten Wartungsfenstern um. Wenn Sie Server nicht mehr selbst betreiben möchten, bieten wir dedizierte Server und Microsoft-Lizenzen aus unserem Rechenzentrum an. Nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf.
Häufige Fragen
Können wir direkt von Windows Server 2016 auf 2025 aktualisieren?
Ja, Microsoft unterstützt das In-Place-Upgrade von Windows Server 2016 direkt auf 2025. Ob das sinnvoll ist, hängt von Rollen, Anwendungen und Hardware ab. Bei älterer Hardware ist eine Neuinstallation auf neuen Servern meist die bessere Wahl.
Wann endet der Support für Windows Server 2025?
Laut Microsoft Lifecycle endet der Mainstream-Support im November 2029, der erweiterte Support mit Sicherheitsupdates im November 2034. Damit ist die Version deutlich länger versorgt als 2019 und 2022, was bei neuer Hardware für den direkten Einstieg spricht.
Was kostet Windows Server 2025?
Das hängt von Edition, Zahl der Prozessorkerne, benötigten CALs und dem Bezugsweg ab, etwa Kauf mit der Hardware, Volumenlizenz oder Abonnement. Pauschale Preise sind deshalb wenig aussagekräftig. Eine erste Orientierung für den Lizenzbedarf gibt unser Lizenzrechner; verbindlich bleibt das Angebot Ihres Lizenzpartners.
Brauchen wir für Windows Server 2025 neue CALs?
Für den Zugriff werden CALs der Version 2025 benötigt. Sie berechtigen laut Microsoft auch zum Zugriff auf ältere Serverversionen. Prüfen Sie Ihren Bestand und Ihre Vertragsart, bevor Sie bestellen.
Ist Hotpatching ohne Azure möglich?
Für Server außerhalb von Azure setzt Hotpatching die Anbindung über Azure Arc voraus. Ohne diese Verbindung werden Updates wie gewohnt mit Neustart installiert; der Server selbst läuft auch ohne Azure-Anbindung ganz normal.
Verwandte Themen: Wer hier weiterdenkt, liest bei Active Directory absichern, Windows 10 und Active Directory weiter.
Im Text erwähnt
Quellen
- Microsoft Learn: What's new in Windows Server 2025
- Microsoft Learn: Lifecycle Windows Server 2025
- Microsoft Learn: Lifecycle Windows Server 2016
- Microsoft Learn: Lifecycle Windows Server 2019
- Microsoft Learn: Lifecycle Windows Server 2022
- Microsoft Learn: Hotpatch for Windows Server
- Microsoft Learn: Overview of Windows Server upgrades
- Microsoft Licensing: Windows Server 2025 licensing guidance







