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Das Journal des DAVINCI RechenzentrumsMittwoch, 21. Oktober 2026262 Beiträge · 14 Ressorts

DAVINCI Journal

Software & Digitalisierung

DATEV-Cloud-Umstellung: Was Kanzleien jetzt wissen müssen

In vielen Steuerkanzleien steht noch ein Server im Nebenraum, auf dem DATEV-Programme laufen, und die Mitarbeiter arbeiten am Bildschirm oder über einen Terminalserver. Mit der angekündigten DATEV-Cloud-Umstellung sollen diese Anwendungen schrittweise in die Cloud wandern.

Arbeitsplatz in einer Steuerkanzlei mit zwei Monitoren, Belegstapel und Aktenordnern
Symbolbild, künstlich erzeugtStand der Angaben: Oktober 2026

In vielen Steuerkanzleien steht noch ein Server im Nebenraum, auf dem DATEV-Programme laufen, und die Mitarbeiter arbeiten am Bildschirm oder über einen Terminalserver. Mit der angekündigten DATEV-Cloud-Umstellung sollen diese Anwendungen schrittweise in die Cloud wandern. Dieser Beitrag fasst zusammen, was DATEV Stand Oktober 2026 dazu veröffentlicht hat, was das für Kanzleien und für Unternehmen mit DATEV-Programmen bedeutet und wie Sie sich technisch vorbereiten. Er stützt sich auf die Veröffentlichungen von DATEV; verbindliche Termine für Ihre Kanzlei erhalten Sie direkt von DATEV.

DATEV-Cloud-Umstellung: Was DATEV angekündigt hat

DATEV beschreibt die Umstellung als mehrjährigen Prozess. Nach den Veröffentlichungen der Genossenschaft sollen die DATEV-Lösungen ab 2026 schrittweise in die Cloud umziehen, die lokal installierten Varianten („On-Premises“) laufen aus. Neue Entwicklungsschwerpunkte setzt DATEV nur noch in der Cloud. Die bisherigen Programme bleiben während der Übergangsphase betriebsbereit.

Technisch wird nach Angaben von DATEV das bisherige Rechenzentrum schrittweise durch eigene sogenannte „cloud-native“ Rechenzentren ergänzt und abgelöst. „Cloud-native“ bedeutet, dass die Anwendungen von Grund auf für den Betrieb in der Cloud entwickelt werden und über den Browser oder schlanke Oberflächen genutzt werden, statt als klassisches Windows-Programm installiert zu sein. Zentraler Einstieg für die Cloud-Anwendungen ist das Portal MyDATEV: Dort melden sich Kanzlei und Mandanten an und erreichen von einer Oberfläche aus die Cloud-Anwendungen, für die sie berechtigt sind.

Der Zeitplan nach Bereichen

Die Umstellung beginnt nicht überall gleichzeitig. Nach den Angaben von DATEV gilt Stand Oktober 2026 Folgendes:

  • Kanzleimanagement: Erster großer Schritt ist der Wechsel von DATEV Eigenorganisation zu DATEV Kanzleimanagement. Die Freigabe war für Herbst bzw. Oktober 2026 geplant, zunächst für Kanzleien ohne Eigenorganisation. Kanzleien mit Eigenorganisation compact oder classic werden schrittweise umgestellt und nach Angaben von DATEV etwa fünf bis sechs Monate vor ihrem Umstellungszeitraum informiert. Ein Nachfolger für DATEV DMS ist angekündigt, die Arbeiten daran sollen 2027 beginnen.
  • Rechnungswesen: Die neue Cloud-Lösung startet mit einfacher Buchführung (Einnahmen-Überschuss-Rechnung) einschließlich offener Posten. Der Funktionsumfang soll wachsen, konkrete Termine für die Ablösung der bisherigen Programme hat DATEV noch nicht genannt. Buchführungsbestände sollen schrittweise überführt werden.
  • Lohn: Eine neue Cloud-Lohnabrechnung soll LODAS und Lohn und Gehalt ablösen. Termine für Pilotierung und Marktfreigabe stehen nach DATEV-Angaben noch aus.
  • Umstellungscockpit: Für Anfang 2026 hat DATEV ein Umstellungscockpit angekündigt, das zeigt, welche Lösungen wann umgestellt werden sollen. Hier finden Sie die für Ihre Kanzlei maßgeblichen Termine.

Alle genannten Termine sind Planungen von DATEV, keine verbindlichen Zusagen. Prüfen Sie den aktuellen Stand regelmäßig im Umstellungscockpit.

DATEV-Konto als Anmeldung

Parallel stellt DATEV die Anmeldung auf das persönliche DATEV-Konto um. Für das DATEV-SmartIT-Serviceportal ist das seit dem 31. März 2026 Voraussetzung, für DATEV-SmartIT selbst war die Umstellung für die zweite Jahreshälfte 2026 angekündigt. Klären Sie, ob alle Mitarbeiter ihr Konto eingerichtet und mit SmartCard oder SmartLogin verknüpft haben.

Die heutigen Betriebsmodelle im Vergleich

Solange die bisherigen DATEV-Programme laufen, gibt es drei typische Wege, sie zu betreiben.

Lokaler Betrieb in der Kanzlei

Server und Arbeitsplätze stehen im eigenen Büro. Der Vorteil ist die direkte Kontrolle und die Unabhängigkeit von der Internetleitung im Alltag. Dafür tragen Sie Hardware, Sicherung, Updates und Ausfallrisiko selbst oder über Ihren IT-Dienstleister. Mit Blick auf die DATEV-Cloud-Umstellung sollten Sie größere Neuinvestitionen in lokale Server genau prüfen und die Laufzeit an der DATEV-Planung ausrichten.

Hosting beim IT-Dienstleister

Die DATEV-Programme laufen auf einem Terminalserver im Rechenzentrum eines IT-Dienstleisters. Die Mitarbeiter greifen per Remotedesktop zu, im Büro bleiben nur Arbeitsplätze, Drucker und Scanner. Dieses Modell erlaubt, auch andere Kanzleisoftware, Office und Dateiablage in derselben Umgebung zu betreiben. Im Bereich Cloud-Sourcing führt DATEV zudem unter dem Namen PARTNERasp eine „Partner-Lösung“. Welche Voraussetzungen dafür gelten, erfahren Sie bei DATEV.

Cloud-Sourcing bei DATEV: DATEV-SmartIT und DATEVasp

DATEV betreibt mit DATEV-SmartIT (standardisiert) und DATEVasp (individuell) eigene Angebote, bei denen die DATEV-Umgebung im DATEV-Rechenzentrum läuft. DATEVasp richtet sich laut DATEV an Kunden mit individuellen Anforderungen oder mehreren Standorten und umfasst unter anderem Server, Datensicherung und Software-Aktualisierung; auch Drittanbieter-Software kann dort betrieben werden.

Alle drei Modelle betreffen die heutigen Programme. Die neuen Cloud-Anwendungen von DATEV laufen dagegen grundsätzlich in DATEVs eigenen Rechenzentren und werden über MyDATEV aufgerufen, unabhängig davon, wo Ihre übrige IT steht. Für die meisten Kanzleien wird es deshalb über Jahre einen Mischbetrieb geben: neue Cloud-Anwendungen neben klassischen Programmen.

Was die DATEV-Cloud für Unternehmen bedeutet

Viele Unternehmen arbeiten über DATEV Unternehmen online mit ihrer Steuerkanzlei zusammen, etwa mit Belege online und Bank online. Diese Lösungen laufen bereits heute in der DATEV-Cloud. Für sie ändert sich vor allem die Oberfläche: DATEV hat eine neue Version von Belege online freigegeben, und die Umstellung erfolgt kanzleiweise nach Terminplanung. Ihre Kanzlei informiert Sie, wann Sie betroffen sind.

Unternehmen, die DATEV-Programme selbst einsetzen, etwa DATEV Rechnungswesen oder Lohn im eigenen Haus, sollten die Ankündigungen genauso verfolgen wie Kanzleien. Wichtig ist hier vor allem der Blick auf Schnittstellen zu ERP-, Warenwirtschafts- oder Zeiterfassungssystemen.

Technische Vorbereitung

Unabhängig vom Betriebsmodell gibt es Punkte, die Sie jetzt angehen können.

Internetleitung: Je mehr in der Cloud läuft, desto mehr hängt die Arbeitsfähigkeit an der Leitung. Prüfen Sie Bandbreite, vor allem im Upload, und ob eine zweite Leitung als Ausfallreserve sinnvoll ist. Unser Beitrag zur Auswahl der Netzanbindung hilft bei der Einordnung.

Arbeitsplätze: Cloud-Anwendungen laufen im Browser, klassische Programme oft weiterhin über Windows. Achten Sie auf aktuelle Betriebssysteme und Browser, ausreichend Arbeitsspeicher und zwei Monitore an Buchhaltungsarbeitsplätzen.

Drucken und Scannen: In Hosting-Umgebungen und beim Wechsel in die Cloud sind Druck- und Scanwege eine häufige Fehlerquelle. Klären Sie, wie Belege vom Scanner in die Anwendung kommen und wie aus Remotedesktop-Sitzungen gedruckt wird.

Schnittstellen: Erfassen Sie alle Programme, die Daten mit DATEV austauschen: Zeiterfassung, Warenwirtschaft, Dokumentenmanagement, Fachsoftware. Fragen Sie bei den Herstellern nach, ob und wann sie die neuen DATEV-Cloud-Schnittstellen unterstützen.

Datenbestände: Räumen Sie Altbestände auf, archivieren Sie abgeschlossene Mandate nach den Aufbewahrungsfristen und dokumentieren Sie, wo welche Daten liegen. Je sauberer der Bestand, desto einfacher die spätere Überführung.

Anmeldung und Berechtigungen: Mit dem DATEV-Konto und Kanzleimanagement ändern sich Benutzer- und Rechteverwaltung. Legen Sie fest, wer in der Kanzlei dafür zuständig ist.

Checkliste: DATEV-Cloud-Umstellung vorbereiten

  • Im DATEV-Umstellungscockpit prüfen, wann Ihre Kanzlei bei welchen Lösungen an der Reihe ist.
  • Sicherstellen, dass alle Mitarbeiter ein DATEV-Konto eingerichtet und verknüpft haben.
  • Internetleitung und Ausfallreserve überprüfen.
  • Liste aller Schnittstellen zu anderen Programmen erstellen und Hersteller anfragen.
  • Drucken und Scannen für den Mischbetrieb planen.
  • Laufzeit geplanter Server-Investitionen mit der DATEV-Planung abgleichen.
  • Altbestände aufräumen und Aufbewahrungsfristen prüfen.

Wie DAVINCI unterstützt

DAVINCI betreut Steuerkanzleien in der Region, wie unsere Referenz IT für Steuerkanzleien zeigt, und stellt Terminalserver in unserem Rechenzentrum bereit. Wir helfen dabei, Leitung, Arbeitsplätze, Drucken und Schnittstellen für den Mischbetrieb vorzubereiten. Für ein Gespräch über Ihre Ausgangslage nutzen Sie unser Kontaktformular.

Häufige Fragen

Wann beginnt die Umstellung von DATEV in die Cloud?

Nach den Veröffentlichungen von DATEV ab 2026, und zwar bereichsweise. Den Anfang macht das Kanzleimanagement als Nachfolger der Eigenorganisation, Rechnungswesen und Lohn folgen ohne feste Enddaten. Welche Termine für Ihre Kanzlei gelten, zeigt das Umstellungscockpit; DATEV informiert betroffene Kanzleien zudem vorab.

Muss ich meinen Kanzleiserver sofort abschaffen?

Nein. Die bisherigen Programme bleiben während der Übergangsphase betriebsbereit, und viele Bereiche haben noch keinen Umstellungstermin. Sinnvoll ist aber, bei der nächsten Erneuerung zu prüfen, ob ein eigener Server noch für die volle Nutzungsdauer gebraucht wird oder ob ein gemieteter Terminalserver flexibler ist.

Läuft DATEV künftig nur noch im Browser?

Die neuen Cloud-Anwendungen werden über MyDATEV aufgerufen. Wie lange klassische Programme parallel genutzt werden, hängt vom Bereich ab. DATEV hat dafür keine einheitlichen Enddaten veröffentlicht.

Was ist der Unterschied zwischen SmartCard und SmartLogin?

Beides sind Anmeldemittel, mit denen Sie Ihr DATEV-Konto absichern. Die SmartCard ist eine Chipkarte, die über ein Lesegerät am Arbeitsplatz genutzt wird; SmartLogin ist die App-Variante auf dem Smartphone. Welche Variante für welche Rolle sinnvoll ist, hängt von Arbeitsplatz und mobiler Nutzung ab; klären Sie das bei der Einrichtung der Konten.

Was passiert mit Fremdsoftware, die heute auf dem DATEV-Server läuft?

Andere Kanzlei- oder Branchenprogramme ziehen nicht automatisch mit in die DATEV-Cloud. Für sie brauchen Sie weiterhin einen Betriebsort, lokal, beim IT-Dienstleister oder, soweit angeboten, bei DATEV.

Im Text erwähnt

Quellen

  1. DATEV: 2026 beginnt die Umstellung
  2. DATEV: Produktfreigaben 2026
  3. DATEV: Vorankündigung neue Cloud-Lösungen
  4. DATEV: Ausblick
  5. DATEV: IT-Outsourcing mit DATEV
  6. DATEV: Individuelle Lösung DATEVasp
  7. schrittweise Umstellung auf das DATEV-Konto · DATEV: DATEV-SmartIT
  8. DATEV: Pressemappe Jahrespressekonferenz 2026 (17.07.2026)

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